Pressemitteilung vom 15.05.2020

Bundesministerin Klöckner muss die Ernährungsindustrie in die Pflicht nehmen

Zu der von Bundeministerin Julia Klöckner verabschiedeten Verordnung für ein Süßungsverbot in Baby- und Kleinkindertees erklärt Renate Künast, Sprecherin für Ernährungspolitik:

Zucker und Zuckersatz haben in Baby- und Kleinkindertees definitiv nichts suchen. Sie animieren Kinder zu einem möglicherweise lebenslang zu hohen Zuckerkonsum mit all seinen gesundheitlichen Folgen. Gut also, dass Zucker in diesen Tees jetzt verboten wird.

Aber diese Minimalregelung reicht längst nicht aus. Die Ministerin setzt bei ihrer Nationalen Innovations- und Reduktionsstrategie fast ausschließlich auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft, statt die Konzerne endlich in die Pflicht zu nehmen.

Wir brauchen klare Regelungen, damit Fertiglebensmittel besser und gesünder werden: Dazu gehören unter anderem verbindliche und ambitionierte Reduktionsziele gegen zu viel Zucker, Fett und Salz in Fertiglebensmitteln, eine Einschränkung des Kindermarketings und eine deutsche und EU-weite Einführung des Nutriscore.

Viele andere Länder sind da längst weiter im Schutz ihrer Kinder und auch Erwachsenen. Gerade die bildungsfernen und finanziell schlechter gestellten Familien sind weltweit von massivem Übergewicht und entsprechend ernährungsbedingten Krankheiten betroffen. Für eine gesunde Ernährung zu sorgen, ist also eine dringende Gerechtigkeitsfrage. Frau Klöckner muss jetzt handeln.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik Sprecherin für Tierschutzpolitik