Pressemitteilung vom 11.09.2019

Zahlen zur befristeten Beschäftigung: Ein arbeitsmarktpolitisches Desaster

Zu den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu befristeten Beschäftigungen erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Es ist ein arbeitsmarktpolitisches Desaster, wenn mehr als die Hälfte aller Menschen in befristeten Jobs höchstes ein Jahr lang beschäftigt sind. Anderthalb Millionen Menschen betrifft das – und die meisten von ihnen nehmen befristete Jobs nur an, weil sie keine andere Alternative haben. Das heißt, sie arbeiten unfreiwillig befristet. Nach Schätzungen des WSI sind rund die Hälfte aller befristeten Beschäftigungsverhältnisse sachgrundlos befristet.

Das ist eine unhaltbare Situation und eine eindeutige Fehlentwicklung, denn Befristungen sind mittlerweile bewährte Praxis in der Arbeitswelt. Arbeitgeber erschaffen sich damit volle Flexibilität. Für die Beschäftigten bedeuten befristete Jobs jedoch ein hohes Maß an Unsicherheit und verhindern eine gute Lebensplanung.

Der Bundesregierung ist das bewusst, doch sie handelt nicht. Im Koalitionsvertrag hieß es noch: „Sachgrundlose Befristungen werden wieder zur Ausnahme, das unbefristete Arbeitsverhältnis soll wieder zur Regel werden in Deutschland.“ Dieser vollmundigen Ankündigung müssen endlich Taten folgen.

 

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