Pressemitteilung vom 23.09.2020

Der Fleisch-Mafia das Handwerk legen

Zu den großangelegten Razzien in der Fleischindustrie in fünf Bundesländern erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Die Razzien gegen die kriminellen Machenschaften der Fleischindustrie waren mehr als überfällig. Wer Menschen aus Osteuropa mit gefälschten oder verfälschten Dokumenten nach Deutschland einschleust, um sie hier dann zu Hungerlöhnen und unter unmenschlichsten Arbeitsbedingungen Schweine und Rinder schlachten zu lassen, dem gehört das Handwerk gelegt. Denn dieses Geschäftssystem ist systematische Arbeitsausbeutung.

Die Fleischindustrie hat sich in unserem Land zu einem System perfektioniert, in dem Leiharbeitskräfte und Werkvertrags-Beschäftigte für Hungerlöhne zu unmenschlichsten Bedingungen leben und arbeiten müssen, ohne dass sie vor Krankheiten oder Unfällen geschützt werden. Es ist unerträglich, dass es solche Formen der Ausbeutung in unserem Land noch immer gibt.

Deshalb braucht es endlich gesetzliche Bestimmungen, die diesem Treiben einen Riegel vorschieben. Auch die Bundesregierung hat jahrelang nicht genau hingeschaut. Gesetzliche Maßnahmen werden erst jetzt aufgrund der Corona-Pandemie auf den Weg gebracht. Zusätzlich muss gewährleistet werden, dass die Finanzkontrolle Schwarzarbeit und die Polizei die Branche engmaschig, ausreichend und kontinuierlich kontrollieren.

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Foto von Beate Müller-Gemmeke MdB
Beate Müller-Gemmeke
Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik Koordinatorin Gewerkschafts- und Sozialbeirat