Pressemitteilung vom 08.12.2020

DGB-Index Gute Arbeit: Mobile Arbeit ist ambivalent

Zum aktuellen DGB-Index Gute Arbeit erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Wir brauchen dringend einen rechtlichen Rahmen für mobiles Arbeiten. Denn mobile Arbeit ist nur manchmal gute Arbeit. Beschäftigte, die mobil arbeiten, verfügen zwar über größere Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten bei ihrer Arbeit. Mobile Arbeit belastet aber auch mehr durch erweiterte Erreichbarkeit, häufig überlange Arbeitszeiten und verkürzte Ruhezeiten. Und das darf es nicht geben.

Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hat die Arbeit im Homeoffice wachsende Bedeutung bekommen. Doch ein Viertel der befragten Beschäftigten, die von zu Hause aus arbeiten, gibt für den DGB-Index an, dass die erbrachte Arbeit gar nicht oder nur teilweise als Arbeitszeit angerechnet wird. Das ist völlig inakzeptabel. Denn natürlich gilt jede im Homeoffice gearbeitete Stunde als Arbeitszeit und muss auch bezahlt werden.
Gleichzeitig muss ein Gesetz den Arbeits- und Gesundheitsschutz für mobiles Arbeiten regeln. So müssen Arbeitgeber ihre Beschäftigten über den nötigen Arbeitsschutz zu Hause aufklären und eine Gefährdungsbeurteilung für mobiles Arbeiten erstellen.
In Zeiten, in denen wir nicht durch die Pandemie ins Homeoffice geschickt werden, sollte Mobile Arbeit außerdem freiwillig sein und alternierend zum Büroarbeitsplatz stattfinden. Und natürlich braucht es endlich gute Regelungen für den gesetzlichen Unfallschutz im Homeoffice. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat viele dieser Regelungen vollmundig angekündigt. Aber vom Recht auf Homeoffice ist durch die Intervention der Union kaum etwas übrig geblieben. Und auch das lässt weiterhin auf sich warten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

 

Foto von Beate Müller-Gemmeke MdB
Beate Müller-Gemmeke
Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik Koordinatorin Gewerkschafts- und Sozialbeirat