Pressemitteilung vom 27.09.2018

Die Fußball-EM 2024 zum Erfolg machen – DFB und Bundesregierung in die Pflicht nehmen

Zur Vergabe der Fußballeuropameisterschaft der Männer 2024 an Deutschland erklären Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik, und Erhard Grundl, Mitglied im Sportausschuss:

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Fußball-EM der Männer 2024 in Deutschland stattfindet. Deutschland hat viele fußballbegeisterte Menschen, tolle Stadien und die Infrastruktur für ein Sportgroßevent steht grundsätzlich bereit.

Eine Vergabe der EM an die Türkei wäre vor dem Hintergrund der prekären Menschenrechtslage dort ein falsches Signal gewesen. Die zahlreichen Inhaftierungen von Journalistinnen und Journalisten, Oppositionspolitikerinnen und – politikern,  Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger in der Türkei sprechen eine deutliche Sprache.

Gleichzeitig ist auch in Deutschland nicht alles Gold, was glänzt. Die Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der WM 2006 sind noch nicht vollumfänglich aufgeklärt. Die DFB-Spitze zeigte zuletzt im Nachgang der WM 2018 einen äußerst unsouveränen Umgang mit der Causa Özil und zündete Nebelkerzen, anstatt sich ernsthaft mit den Rassismus-Vorwürfen auseinanderzusetzen.

Daher muss der DFB nun die maximal mögliche Transparenz an den Tag legen. Die Versprechen von Integration, Inklusion, Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung müssen mehr sein als reine PR-Hülsen. Auch die Bundesregierung ist hier in der Pflicht. Bürgerrechte dürfen vor und während der EM nicht zu Gunsten von vagen Sicherheitsversprechen eingeschränkt werden. Die Bundesregierung muss dringend Transparenz bezüglich der Steuerbefreiungen für die UEFA schaffen. Wir lehnen weitreichende Steuerbefreiungen für die UEFA ab. Wer wie ein Unternehmen agiert und mit der EM Millionen-Gewinne macht, soll auch Steuern zahlen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Monika Lazar
Sprecherin für Sportpolitik Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus