Pressemitteilung vom 28.09.2018

Ein Arbeitsmarkt für alle - Sozialen Arbeitsmarkt verbessern!

Zu den Arbeitsmarktzahlen für den Monat September erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Die Arbeitsmarktzahlen sind wie immer gut und dennoch ist der Handlungsbedarf enorm. Nach wie vor gibt es viele langzeitarbeitslose Menschen, die weder von der guten konjunkturellen Lage noch von den Angeboten der Bundesagentur für Arbeit profitieren. Die meisten dieser Menschen brauchen echte Chancen und Perspektiven. Die geplanten Maßnahmen für einen Sozialen Arbeitsmarkt könnten diese Perspektiven bieten, aber dafür müssten die Rahmenbedingungen stimmen.

Die Zugangsvoraussetzungen zum geplanten Sozialen Arbeitsmarkt sind bisher zu eng. Deshalb werden nur wenige Langzeitarbeitslose tatsächlich davon profitieren. Außerdem ist zu vermuten, dass nur wenige Arbeitgeber Plätze im Sozialen Arbeitsmarkt anbieten werden. Für tarifgebundene Arbeitgeber ist der Soziale Arbeitsmarkt unattraktiv, da sie nur Kosten in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns erstattet bekommen. Das muss die Bundesregierung unbedingt im Gesetzgebungsverfahren korrigieren. Denn sonst gibt es zu wenige Arbeitsplätze auf dem Sozialen Arbeitsmarkt.

Qualifikationen sind entscheidend auf dem Arbeitsmarkt. Deswegen müssen die Jobcenter die vollen Weiterbildungskosten für Menschen auf dem Sozialen Arbeitsmarkt übernehmen. Dann wären die Anreize höher, die Menschen dort weiter zu qualifizieren und ihnen eine echte Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten.

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