Pressemitteilung vom 31.07.2019

Ein Platz im kollektiven Gedächtnis der Deutschen für die Opfer des Warschauer Aufstandes und die NS-Verbrechen in Polen

Zum 75. Jahrestag des Ausbruchs des Warschauer Aufstandes am 1. August 1944 erklärt Manuel Sarrazin, Sprecher für Osteuropapolitik:

Heute vor genau 75 Jahren erhob sich die polnische Heimatarmee (Armia Krajowa) in Warschau, unterstützt von der Zivilbevölkerung, gegen das deutsche NS-Besatzungsregime. Es war der heroische Versuch von circa 150.000 Frauen und Männern, ihre Stadt aus eigener Kraft vom deutschen Aggressor und Peiniger zu befreien, nachdem Hitler die Auslöschung Warschaus und seiner Bevölkerung befohlen hatte. 63 Tage lang leisteten die Aufständischen dem militärisch überlegenen Feind erbitterten Widerstand.

Die brutale Zerschlagung des Aufstandes kostete fast 200.000 Polen das Leben. Heute steht dieses Opfer für den Freiheitswillen des polnischen Volkes – für den Wunsch nach Freiheit von der NS Herrschaft, aber auch von der sowjetischen Unterdrückung.

Dass unsere polnischen Nachbarn ihr Gedenken heute gemeinsam mit uns begehen wollen, ist eine Geste der Versöhnung, die ihresgleichen sucht.

Es ist jedoch wichtig, dass wir an Jahrestagen wie diesem die historische Verantwortung Deutschlands für die von 1939 bis 1945 im deutschen Namen begangenen Verbrechen in Polen bekräftigen und benennen. Es ist unverständlich und beschämend, dass wir innerhalb Deutschlands nicht selten Unkenntnis über die Ausmaße der Tragödie und ihre heutige Symbolkraft begegnen. 

Das heutige gemeinsame Gedenken ist gut. Niemand kann Geschichte ungeschehen machen, aber wir können und sollten sie kennen und verantwortlich mit ihr umgehen. 

Ein Berliner Gedenkort für die Opfer des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges und der Besatzung würde dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher