Pressemitteilung vom 02.07.2021

Einwegplastik: Einzelne Verbote noch keine wirksame Vermeidungsstrategie

Zum morgigen Inkrafttreten der Einwegkunststoffverbotsverordnung am erklärt Dr. Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

Einzelne Produktverbote sind noch keine wirksame Müllvermeidungsstrategie. Das Verbot von Plastik-Trinkhalmen, Rührstäbchen oder Wattestäbchen kann deshalb nur ein erster Schritt raus aus der Wegwerfgesellschaft sein. Um die Klimakrise in den Griff zu bekommen, brauchen wir eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Rohstoffe sollten nicht mehr einfach weggeworfen werden.

Derzeit geht der Trend jedoch in die völlig falsche Richtung. Seit Jahren ist Deutschland trauriges EU-Schlusslicht bei der Vermeidung von Verpackungsmüll. Immer mehr To-go-Verpackungen und Versandkartons lassen die Mülltonnen in den Hinterhöfen und öffentlichen Grünanlagen weiter überquellen.

Deshalb brauchen wir endlich einen gesetzlichen Vorrang für Mehrweg vor Einweg überall dort, wo es ökologisch vorteilhaft ist - bei To-go-Bechern, Versandverpackungen oder Verpackungen im Supermarkt. Für die Verbraucher:innen muss es sich auch finanziell lohnen, Kaffee im Mehrwegbecher zu bestellen. Dazu hilft eine gesetzliche Klarstellung, dass Mehrweg immer das günstigste Angebot sein muss. Bis 2025 können wir so den Verbrauch von rund einer Milliarde To-go-Bechern pro Jahr in Deutschland halbieren. Viele junge Unternehmen stehen in den Startlöchern, um innovative, digital gestützte Pfandlösungen auf den Markt zu bringen. Wir wollen diesen Geschäftsmodellen zum Durchbruch verhelfen und so eine Wirtschaft ohne Müll möglich machen.