Pressemitteilung vom 16.03.2021

Elektrogeräte langlebig und reparierbar machen

Zu den erneut gestiegenen Mengen für Elektroschrott erklären Dr. Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik und Tabea Rößner, Sprecherin für Verbraucherschutzpolitik:

Die Bundesregierung hat keinen Plan, wie sie die immer weiter wachsenden Berge an Elektroschrott in den Griff kriegen will. Seit Jahren hängt Deutschland weit hinter den EU-Vorgaben für die Sammlung von Elektroschrott zurück. Die Verschwendung von wertvollen Ressourcen nimmt kein Ende. Auch mit der vorgelegten Novelle des Elektrogesetzes wird die Bundesregierung daran scheitern, die EU-Sammelvorgabe von 65 Prozent zu erreichen.

Den wichtigsten Aspekt verliert die Bundesregierung völlig aus den Augen: Es darf gar nicht erst so viel Elektroschrott entstehen. Wir brauchen ein Gebot für langlebiges Produktdesign, ein Recht auf Reparatur, eine Updatepflicht und eine Verdopplung der Gewährleistungsfristen auf mindestens vier Jahre. Bei all diesen Punkten verweigert die Bundesregierung jedoch seit Jahren ihre Arbeit.

Es ist wichtig, dass Elektrogeräte nicht in die Tonne kommen, sondern recycelt werden. Daher muss die Rückgabe eines alten Geräts genauso einfach sein, wie der Kauf eines neuen. Nur so lässt sich die Sammelmenge steigern. Die Grundregel muss künftig lauten: Wer neue Elektrogeräte verkauft, muss auch Altgeräte zurücknehmen, unabhängig von der Größe der Ladenfläche. Mit den geplanten Ausnahmen der Regierung für zu viele Geschäfte und Elektrogeräte kommen wir nicht voran. Für Smartphones und Tablets muss zudem mit einem Pfand in Höhe von 25 Euro ein Anreiz geschaffen werden, alte Geräte zurückzugeben. Rund 200 Millionen Handys verstauben in Schubladen. Diesen Schatz gilt es zu heben, um wichtige Rohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer oder Lithium zurückzugewinnen.

Foto von Tabea Rößner MdB
Tabea Rößner
Sprecherin für Netzpolitik (19. WP) Sprecherin für Verbraucherpolitik (19. WP)