Pressemitteilung vom 30.08.2019

Erinnerung an die deutschen Verbrechen in Polen

Zum 80. Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen und des Beginns des Zweiten Weltkriegs erklären die Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter:

Am 1. September vor 80 Jahren begann mit dem völkerrechtswidrigen Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg. Während des Krieges und der Besetzung Polens verübten deutsche Einsatzgruppen und Angehörige der Wehrmacht Massenmorde an Juden, polnischen Intellektuellen Geistlichen, Gewerkschaftern und Adligen. Die deutschen Kriegsverbrechen und Massaker während des Angriffs auf Polen gelten deshalb als Auftakt zur rassenideologischen Vernichtungspolitik in Osteuropa und als erste Stufe zum Holocaust. Mit der Einrichtung deutscher Vernichtungslager auf dem Gebiet Polens durch die Nationalsozialisten folgte der fabrikmäßige Massenmord an den europäischen Juden und damit auch an Millionen Polinnen und Polen jüdischen Glaubens.

Wir gedenken der zahllosen Opfer der deutschen Massenmorde in Polen. Angesichts des unermesslichen Leids, das von Deutschland ausging, sind wir voller Dankbarkeit, dass uns nach 1989 die ersten demokratischen Regierungen Polens die Hand gereicht und viel für die Versöhnung mit Deutschland getan haben. Die deutsche Einheit und die Integration des geeinten Deutschlands in die europäischen Strukturen wären ohne den Mut und den Willen unserer polnischen Nachbarn nicht möglich gewesen.

Die Lehren von damals sind elementar. In Deutschland gibt es jedoch noch immer  einen Mangel an historischem Bewusstsein über die Ausmaße des deutschen Besatzungs- und Vernichtungsregimes in Polen. Umso wichtiger ist es, dass die Erinnerung an den 1. September 1939 unverrückbar zur historischen Bildung an unseren Schulen gehört. Einen Schlussstrich unter die Erinnerung an die deutschen Verbrechen in Polen darf es niemals geben. 

Den Versuchen, die Verantwortung Deutschlands kleinreden und die deutsche Schuld relativieren zu wollen, gilt es entschlossen entgegenzutreten. Alle Demokratinnen und Demokraten sind gefordert, sich dafür einzusetzen, dass Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit bei uns keinen Platz haben. Die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten muss auch für kommende Generationen wach gehalten werden. Nur so kann Deutschland seiner historischen Verantwortung gerecht werden und glaubwürdig für Demokratie und Toleranz einstehen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher