Pressemitteilung vom 16.12.2020

EU-weite Nährwertkennzeichnung: Viel Getöse, nichts Verbindliches

Zu den Beschlüssen zur Nährwertkennzeichnung beim EU-Ministerrat für Landwirtschaft erklärt Renate Künast, Sprecherin für Ernährungspolitik:

Ein verpflichtendes einheitliches Nährwertkennzeichnungssystem auf EU-Ebene war eines der Schwerpunktthemen von Bundesministerin Julia Klöckner während der deutschen Ratspräsidentschaft. Das Ergebnis nach fünf Monaten ist ernüchternd. Zwar wurden auf der letzten Sitzung des Agrarrates von einem Großteil der Mitgliedstaaten die Schlussfolgerungen der deutschen Ratspräsidentschaft für eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln angenommen. Aber das war auch schon alles.

Im Klartext heißt das: Ob es eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung europaweit geben wird und welches Label dafür in Frage kommt, ist unklar. Außerdem haben Italien, Griechenland und Tschechien die Schlussfolgerung abgelehnt. Also wieder mal viel Getöse und nichts Verbindliches. Und so geht die deutsche Ratspräsidentschaft zu Ende und von dem großen Vorhaben der Ministerin bleibt eine Absichtserklärung übrig.

Damit Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf eine schnelle Orientierung bekommen, wie viel Fett, Zucker und Salz ein Lebensmittel enthält, brauchen wir eine EU-weite verbindliche Ampelkennzeichnung in Form des NutriScore.

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik Sprecherin für Tierschutzpolitik