Pressemitteilung vom 07.04.2020

Europäischer Forschungsraum: Mehr Einsatz für die Impfstoffforschung nötig

Zur Stellungnahme von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek zur Ratssitzung der EU-Forschungsministerinnen und Forschungsminister erklärt Kai Gehring, Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule:

Die Herausforderung der Coronapandemie können wir in Europa nur mit gemeinschaftlichem, entschlossenem Handeln bewältigen – auch in der Forschungspolitik. Insbesondere wenn es um die Erforschung eines Impfstoffes oder die Entwicklung neuer Medikamente geht. Diese gewaltigen Aufgaben kann kein Land alleine schultern. Darum ist es höchste Zeit, dass die EU jetzt auch Wissenschaft und Forschung stärker unterstützt und sich die nationalen Ministerinnen und Minister in der Forschungspolitik enger abstimmen.

Von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hören wir in Sachen Europa leider immer noch viel zu wenig. Das nationale Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin ist ein Anfang, doch der Austausch von Forschungsergebnissen zu Covid-19 darf nicht an Ländergrenzen halt machen. Je schneller wir Erkenntnisse zur Ausbreitung des Virus, dem Erfolg von Therapieansätzen und der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen europaweit zusammentragen, desto schneller kann Gesundheitsforschung die Pandemie eindämmen und damit Leben schützen.

Zudem muss Ministerin Karliczek ihre Amtskollegen endlich dazu bewegen, mehr in die internationale Impfstoffforschung zu investieren. Dem Aufruf der internationalen Forschungskoalition CEPI sind bisher nur wenige Staaten gefolgt, so dass die Forschung ins Stocken zu geraten droht. Im Vorfeld der geplanten Geberkonferenz muss Deutschland noch mehr tun und weiter als Vorbild für die globale Gesundheit vorangehen. Anja Karliczek muss sich zudem dafür einsetzen, dass die Gesundheitsforschung zum Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wird und der europäische Forschungsraum deutlich gestärkt wird.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Foto von Kai Gehring MdB
Kai Gehring
Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule