Pressemitteilung vom 21.04.2021

Fehlanzeige beim Kampf gegen Fehlernährung

Zum aktuellen NRI-Produktmonitoring erklärt Renate Künast, Sprecherin für Ernährungspolitik:

Es ist fast schon zynisch, wie Bundesministerin Klöckner das Schneckentempo der Lebensmittelwirtschaft bei der Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertiglebensmitteln als ihren Erfolg bejubelt.

Fakt ist, mit diesen Trippelschritten werden wir die Fehlernährung in Deutschland auf keinen Fall in den Griff bekommen. Und das wäre dringend notwendig. Denn mehr als 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind übergewichtig. Bei den Erwachsenen sind es bereits zwei Drittel (67%) der Männer und die Hälfte (53%) der Frauen. Sie alle haben ein hohes Risiko für Folgeerkrankungen, wozu in der Pandemie auch schwere Krankheitsverläufe bei einer Covid-19-Erkrankung zählen.

Aber die Bundesministerin hat in der sich dem Ende neigenden Legislatur allein auf freiwillige Maßnahmen der Wirtschaft gesetzt: Fehlanzeige bei verbindlichen Einschränkungen der Werbung für Kinderlebensmittel oder verbindlichen Reduktionszielen. Das Ergebnis ist eine Politik der Mutlosigkeit, die zu Lasten der Gesundheit der Menschen geht. Nur die Lebensmittelwirtschaft ist fein raus. Da nutzt es wenig, wenn die Ministerin ankündigt, dass sie in Zukunft die schwarzen Schafe, die statt zu wenig gar nichts reduziert haben, engmaschig kontrollieren will. Im Kampf gegen Fehlernährung müssen wir endlich auf Verbindlichkeit setzen.

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik Sprecherin für Tierschutzpolitik