Pressemitteilung vom 05.10.2020

Für das Recht auf Wohnen und lebenswerte Städte

Zum heutigen Welttag des Wohn- und Siedlungswesens erklären Chris Kühn, Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik, und Daniela Wagner, Sprecherin für Stadtentwicklung:

Wohnen ist ein weltweites Grundrecht. Es muss global gelten und durchgesetzt werden. Dieses Grundrecht zu garantieren ist umso wichtiger in Zeiten einer globalen Pandemie, in der Menschen in aller Welt auf ihre Wohnung als Schutz-, Lebens-, Arbeits- und Betreuungsraum angewiesen sind. Doch 1,8 Milliarden Menschen verfügen laut den Vereinten Nationen nicht über angemessenen Wohnraum, der würdig, sicher, erschwinglich und geeignet ist. Sie haben keine Chance auf physische Distanz und ausreichende Hygiene, der sie und ihre Angehörigen angemessen vor dem Corona-Virus schützt.

Bereits heute leben etwa 55 Prozent der Weltbevölkerung in Städten und Metropolen. In dreißig Jahren werden es mehr als zwei Drittel sein. Das Zeitalter der Megastädte ist längst angebrochen. Es müssen jetzt konsequent Weichen gestellt werden, um die Städte der Zukunft zu lebenswerten, gesunden und widerstandsfähigen Orten umzugestalten.

Ob Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, eine kohlenstofffreie Wirtschaft, die Verbesserung politischer und ökonomischer Teilhabe, Digitalisierung, Verdrängungsprozesse, Klima- oder Wohnungskrise - Städte sind die Brenngläser der gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit und Teil ihrer Lösung. Angesichts der Urbanisierungsdynamik lässt sich die große Transformation zur nachhaltigen Gesellschaft nur mit und in den Städten gestalten. Hier entscheidet sich, ob Nachhaltigkeit gelingt. Wir brauchen mehr Grün und Frischluftschneisen in den urbanen Räumen. Eine neue städtische Mobilität ist die Grundlage für saubere Luft zum Atmen und gute Lebensqualität in den Städten. Es braucht mehr Städte der kurzen Wege, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit in einer nachhaltigen Nutzungsmischung miteinander verbinden, ohne dass die Bürgerinnen und Bürger lange Wege zurücklegen müssen.

Die Bundesregierung ist zum Welttag des Wohn- und Siedlungswesens der Vereinten Nationen aufgefordert, sich stärker als bisher in internationalen Formaten und Zusammenhängen für das Prinzip des globalen Rechts auf sicheres und gesundes Wohnen einzusetzen. Insbesondere während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft erwarten wir von der Bundesregierung Initiativen für zukunftsfähige Städte.

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