Pressemitteilung vom 04.05.2021

G7 muss zeigen, dass sie mehr kann als gute Vorsätze formulieren

Zum Treffen der G7-Außen- und Entwicklungsminister*innen erklären Jürgen Trittin, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, und Ottmar von Holtz, Berichterstatter für Globale Gesundheit:

Die alten Industriestaaten müssen jetzt alles unternehmen, um die Covid-19-Impfstoffe gerecht und schnell zu verteilen. Es muss endlich Schluss sein mit dem Impfnationalismus.

Es kann nicht sein, dass Corona-Mutationen Indien und Brasilien kollabieren lassen und sich die Industriestaaten für ihre Impfquoten auf die Schulter klopfen. Bei der Impfstoffverteilung reißt die Kluft zwischen den reichsten Ländern und den ärmsten Ländern der Welt immer weiter auf. Das kann verheerende Folgen haben – nicht nur für den Globalen Süden. Die Ungleichheit der Corona-Impfstoffverteilung gefährdet auch die Geimpften in den G7-Staaten, denn die Corona-Mutationen kennen keine Grenzen und können im schlimmsten Fall eine neue Pandemie auslösen. Deshalb müssen die G7-Staaten handeln, bevor es zu spät ist: Für eine erfolgreiche globale Covid-Bekämpfung müssen Impfstoffproduktionskapazitäten ausgebaut werden, bezahlbare Preise für Impfstoffe für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen ausgehandelt und Lizenzen zur Produktion von Impfstoffen vergeben werden.

Der Kampf gegen die Klimakrise muss das zweite zentrale Thema beim G7-Treffen der Außen- und Entwicklungsminister*innen sein. Die EU, die USA, Großbritannien, Kanada und Japan haben ihre nationalen Klimaschutzziele verschärft - der internationale Klimaschutz hat Rückenwind. Jetzt muss die G7 zeigen, dass sie mehr kann als gute Vorsätze formulieren. Jetzt braucht es konkrete Maßnahmen, um die Reduktionsziele auch zu erreichen: Die G7-Staaten müssen die Weichen für gemeinsame Emissionshandelssysteme, einen Grenzsteuerausgleich und Green Finance stellen. Nur so ist das 1,5-Grad-Ziel von Paris doch noch möglich.

Globale Krisen lassen sich nur mit Multilateralismus und Solidarität lösen. Für die G7 bleibt es eine Herausforderung, zusammen mit Brasilien und Indien wie mit China und Russland im Rahmen der G20 zu arbeiten.