Pressemitteilung vom 06.07.2020

Gesundheitsschutz für Kinder und Jugendliche braucht ein strengeres Chemikalienrecht

Zur Studie des Umweltbundesamtes zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen erklärt Dr. Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

Die Zahlen sind alarmierend. Fast alle Kinder in der Studie des Umweltbundesamtes sind mit Chemikalien aus Alltagsgegenständen belastet. Bei jedem fünften Kind ist die Belastung so hoch, dass langfristige Schäden nicht ausgeschlossenen werden können. Wir dürfen die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen nicht länger aufs Spiel setzen. Die Bundesregierung muss alles daran setzen, die Menschen vor schädlichen Chemikalien zu schützen. Vorsorge ist eine Verpflichtung.

Es ist gut, dass sich das Umweltbundesamt dafür einsetzt, per- und polyfluorierte Chemikalien in der EU so weit wie möglich zu verbieten. Notwendig sind darüber hinaus strengere Zulassungsverfahren für neue Chemikalien und wirksame Sanktionen, wenn Unternehmen die Zulassungsverfahren verzögern oder unvollständige Daten abliefern. Es darf nicht vorkommen, dass Stoffe, die als gefährlich eingestuft werden, durch ähnliche Chemikalien mit ebenfalls bedenklichen Eigenschaften ersetzt werden. Liegen neue Erkenntnisse über Stoffe vor, müssen sie schnell vom Markt genommen werden.

Es ist schockierend, wie groß einerseits die Wissenslücken zur Belastung der Menschen mit gängigen Chemikalien sind und andererseits lange bekannte Gefährdungen verharmlost und nicht beachtet werden. Die Bundesregierung muss die wichtige Forschung des Umweltbundesamtes hierzu deutlich fördern und ausbauen. Eine solide Datenlage ist notwendig, um den  Schutz von Mensch und Umwelt entschieden voranzutreiben.

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