Pressemitteilung vom 15.06.2021

Gute Versorgung geht nur mit Transparenz

Zur Vorstellung der Umfrage zum Umgang der Krankenkassen mit Transparenz durch die Patientenbeauftragte Prof. Dr. Claudia Schmidtke erklärt Maria Klein-Schmeink, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Patient*innen und Versicherte müssen auf den ersten Blick erkennen können, welche Krankenkassen sich in Service und Versorgung engagieren. Das betrifft etwa die Bewilligung von Antragsleistungen wie Hilfsmittel oder die Verordnung von Heilmitteln, aber auch die Frage, ob es eine*n persönliche*n Ansprechpartner*in, klare Aussagen und unkomplizierte Verfahren gibt.

Ein Qualitätsvergleich zwischen Krankenkassen funktioniert nur, wenn alle Kassen teilnehmen und die Angaben so aufbereitet werden, dass Versicherte die Krankenkassen anhand der für sie relevanten Kriterien miteinander vergleichen können. Die Bundesregierung hat hier wertvolle Zeit verspielt, spätestens mit dem Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) hätte sie eine Berichtspflicht für alle Krankenkassen über deren Genehmigungsverhalten und die Versichertenzufriedenheit einführen müssen. Stattdessen haben die Koalitionsfraktionen – und damit auch die Patientenbeauftragte – unseren Antrag für mehr Qualitätstransparenz bei den Kassen abgelehnt.

Umfragen allein reichen nicht aus. Wir fordern, ein unabhängiges und qualitätsgesichertes Monitoring zu etablieren, das durch geeignete Kriterien eine Bewertung und den Vergleich der Versorgungsleistung und -qualität von Krankenkassen ermöglicht. Auf dieser Basis sollen künftig alle Kassen bestimmte Angaben, insbesondere zu ihrem Genehmigungsverhalten und zur Versichertenzufriedenheit, veröffentlichen müssen.

Solche Informationen sind besonders hilfreich für Menschen mit chronischen Krankheiten und Behinderung. Sie könnten auf einen Blick erkennen, bei welcher Kasse sie gut aufgehoben sind. Denn sie sind besonders auf gute Versorgung und guten Service angewiesen, weil sie regelmäßig Leistungen wie Hilfsmittel brauchen. Ihre Krankheit oder Behinderung allein kostet schon genug Kraft. Sie sollten nicht auch noch mit ihrer Krankenkasse über jede Leistung verhandeln müssen.

Zusätzlich wollen wir, dass die Kassen, die sich besonders für ihre Versicherten ins Zeug legen und zum Beispiel chronisch kranke Menschen gut versorgen, für ihr Engagement belohnt werden.

Unseren Antrag „Mehr Transparenz und mehr Anreize für eine bessere Versorgung im Wettbewerb der gesetzlichen Krankenversicherungen“, Drs. 19/26889, finden Sie hier.

Foto von Maria Klein-Schmeink MdB
Maria Klein-Schmeink
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende (19.WP) | Sprecherin für Gesundheitspolitik (19. WP)