Pressemitteilung vom 19.01.2021

Gutes Essen braucht gute Zutaten

Gutes Essen braucht gute Zutaten

Zur morgigen digitalen Grünen Woche erklären der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter und Renate Künast, Sprecherin für Ernährungspolitik und Tierschutzschutzpolitik:

"Gutes Essen braucht gute Zutaten und gute Verarbeitung. Wie hoch die Qualität von Lebensmitteln ist, will normalerweise die Grüne  Woche zeigen. Es ist die international wichtigste Messe für Ernährungs- und Landwirtschaft. Diese Messe zeigt uns aber neben den Produkten bäuerlicher Landwirtschaft und einiger Manufakturen die fortschreitende Industrialisierung der Lebensmittelproduktion. Genau diese Entwicklung geht leider auf Kosten von Umwelt, Klima und unserer Gesundheit. Welche Lebensmittel wir essen und produzieren sind also zentrale Fragen unserer Zeit.

Die Bundesregierung setzt jedoch vor allem auf Unverbindlichkeit und Masse und damit auf die Agroindustrie. So bleibt es beim „Wachse oder Weichen“-Wettbewerb auf Kosten kleiner Betriebe und beim massiven Überschreiten der planetaren Grenzen. Wir brauchen einen Systemwechsel hin zu einer nachhaltigen Produktion und einer Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten.

Wir Grüne wollen eine echte Agrar- und Ernährungswende und machen uns für bezahlbares, gutes und gesundes Essen stark. Wir stehen für Nachhaltigkeit und konsequenten Verbraucherschutz. Politik muss hierfür die Rahmenbedingungen schaffen. Wichtig sind dabei nicht nur unterstützende Maßnahmen wie Ernährungsbildung und Verbraucherinformation am Ende der Kette, sondern neue Strukturen und verbindliche Rahmenbedingungen.

Für eine umfassende Agrar- und Ernährungswende braucht es einen vielfältigen Instrumentenmix. Die Bundesregierung muss sich endlich für eine artgerechte Tierhaltung einsetzen. Wir erwarten, dass sie eine Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik unterstützt, regionale und dezentrale Erzeugung fördert und diese Förderung an Umwelt- und Klimaschutzauflagen bindet.

Für die Verbraucher:innen darf es keine Detektivarbeit sein, herauszufinden, wie viel Zucker, Fett oder Salz in Lebensmitteln stecken. Eine Nährwertkennzeichnung in Form des "Nutriscore" auf Fertiglebensmitteln muss europaweit für alle Lebensmittelproduzenten verbindlich vorgeschrieben und wissenschaftlich weiter entwickelt werden. Im Zentrum unserer Politik muss die Gesundheit stehen. Wir brauchen deshalb eine neue Ernährungsumgebung durch  verbindliche Reduktionsziele für Zucker, Salz und Fett in Fertiglebensmitteln und eine ausgewogene und gesunde Ernährung von Kitas bis zu Betriebskantinen und Krankenhäusern, die den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entspricht.“

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik Sprecherin für Tierschutzpolitik