Pressemitteilung vom 18.03.2021

Herzlichen Glückwunsch zum 20. Geburtstag, ver.di!

Zum 20. Geburtstag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am 19. März erklären Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende, und Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Wir gratulieren herzlich zum Geburtstag und danken ver.di für 20 Jahre unermüdlichen Kampf für gute Arbeit und eine bessere Gesellschaft. Die Erschütterungen durch die Corona-Krise zeigen, wie wichtig und aktuell das gemeinsame Ringen um faire Löhne, funktionierenden Arbeitsschutz und gegen ein gesellschaftliches Auseinanderdriften ist. Besonders in Zeiten von Wandel und Umbrüchen braucht es starke staatliche Garantien, die Menschen Sicherheit und Halt geben.

Fünf Einzelgewerkschaften fusionierten vor genau 20 Jahren zur damals größten Einzelgewerkschaft der Welt. Und schon im Namen steckte Musik. ver.di steht bis heute für Vielfalt. Seit 20 Jahren kämpft die Gewerkschaft an der Seite von Systemlogistikern und Verkäuferinnen, Müllmännern und Erzieherinnen, Schauspielern, Journalistinnen und Wachleuten für guten Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

ver.di war die Gewerkschaft, die den Mindestlohn auf die politische Agenda hievte, als er bundesweit noch höchst umstritten war. Der Mindestlohn ist in unserem Land auf viel zu niedrigem Niveau gestartet und ist es heute immer noch. Daher muss er deutlich erhöht werden. Gemeinsam sind wir der Meinung, dass ein echter Mindestlohn vor Armut schützen muss. ver.di kämpft beständig für eine Stärkung der Tarifbindung und die Rückkehr zur Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen, beispielsweise im Einzel- und Großhandel, um dadurch schlechte Arbeitsbedingungen und Altersarmut zu verhindern.

Die Berufe mit hohem Frauenanteil, die in der Pandemie als systemrelevant erkannt werden und viel Applaus ernten, hat ver.di besonders im Blick. Die Tarifverhandlungen zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe sorgen in unserer Gesellschaft für eine breite öffentliche Debatte. Die ist bitter nötig. Gerade die Sozial-, Erziehungs- und Pflegeberufe, die unsere Gesellschaft immer stärker braucht, werden viel zu schlecht bezahlt. Die Folgen werden heute schon spürbar. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben wir bereits tausende von Pflegekräften verloren, die den Druck nicht mehr ausgehalten haben und kündigten. Es ist also höchste Zeit, dass wir endlich Attraktivität und Ansehen der Pflegeberufe steigern. Und das geht nur mit einer deutlich besseren Bezahlung und einem besseren Personalschlüssel.

Um schlechte Arbeitsbedingungen zurückzudrängen und allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen, brauchen wir die Politik und die Gewerkschaften. Das Tagesgeschäft der Politik und das von ver.di greifen hier Hand in Hand. Deshalb ist ver.di auch unverzichtbares Mitglied unseres grünen Gewerkschafts- und Sozialbeirats. Nur gemeinsam sind wir stark.

Artikel eins unseres Grundgesetzes schreibt fest, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Das heißt auch: Jegliche Erwerbsarbeit hat ihren Wert und muss fair entlohnt werden. Um unsere Gesellschaft gerechter und lebenswerter zu machen, brauchen wir eine nachhaltige Arbeitswelt, von der die Menschen profitieren. Nur so schaffen wir mehr Solidarität und echten Zusammenhalt. Dafür steht ver.di ein.

Herzlichen Glückwunsch zum 20. Geburtstag!

 

Foto von Beate Müller-Gemmeke MdB
Beate Müller-Gemmeke
Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik Koordinatorin Gewerkschafts- und Sozialbeirat