Pressemitteilung vom 11.02.2020

Heuschreckenplage: Hungersnot in Ostafrika verhindern!

Zur aktuellen Heuschreckenplage in Ostafrika erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die Ernährungssituation in den ostafrikanischen Ländern ist durch Konflikte und Dürren ohnehin schon angespannt. Jetzt machen Milliarden von Heuschrecken die erste Ernte seit Jahren zunichte. Die Bundesregierung und die Internationale Gemeinschaft müssen nun schnell und unbürokratisch ihre Unterstützung für die betroffenen Regionen verstärken. Hier darf es nicht nur um die Bekämpfung der Heuschrecken gehen. Vielmehr muss die Lage der Bevölkerung in den Blick genommen werden. Denn die Ernteausfälle verschlechtern die Ernährungslage und entziehen vor allem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern die Lebensgrundlage. Langfristig müssen aber vor allem Präventionsmaßnahmen verbessert werden, wie zum Beispiel ein effektives Monitoring und Frühwarnsystem. Auch müssen weniger schädliche Bekämpfungsmethoden entwickelt werden als der großflächige Pestizideinsatz, der momentan als einziges Mittel gilt, die riesigen Schwärme zu dezimieren. Die eingesetzten Pestizide sind nicht nur hoch gesundheitsschädlich für die lokale Bevölkerung, sie schwächen auch die ohnehin angeschlagenen Ökosysteme der Region zusätzlich - negative Auswirkung auf die kommende Erntesaison inklusive.

Aber vor allem eins muss uns klar sein: Dies ist keine „biblische Plage“, sondern der Klimawandel. Wir - vor allem die Industriestaaten - müssen endlich eine ernstgemeinte Klimapolitik machen. Emissionen lassen sich nicht durch Zahlenschieberei mindern, sondern nur durch grundlegende Veränderungen unserer Produktions- und Konsummuster. Und je länger wir dies aufschieben, desto dramatischer werden die Auswirkungen der Klimakrise. Unter diesen leiden die Menschen in Entwicklungsländern, die am wenigsten dazu beigetragen haben, bereits heute am meisten.

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