Pressemitteilung vom 23.06.2021

Homeoffice: Aus der Pflicht ein Recht machen

Zu der heute vom Kabinett verabschiedeten neuen Corona-Arbeitsschutzverordnung, erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Aus der Pflicht zum Homeoffice sollte jetzt endlich ein Recht auf Homeoffice und mobiles Arbeiten werden. Denn Beschäftigte müssen auch weiterhin die Möglichkeit haben, bei Interesse im Homeoffice zu arbeiten, ohne dass ihr Chef ihnen das einfach verwehren kann.

Mit Homeoffice gab es monatelang guten Infektionsschutz in der Arbeitswelt, der auf sehr einfache Art funktioniert hat. Doch die Pflicht dazu lässt die Bundesregierung jetzt einfach zum 30. Juni auslaufen, anstatt sich um eine gute Anschlussregelung zu kümmern.

Wenn Arbeitgeber nicht weiterhin aufgefordert werden, die Möglichkeit mobiler Arbeit zu schaffen, wird in vielen Betrieben wieder das Paradigma der Präsenzkultur Einzug halten. Wir verpassen die Chance, endlich eine moderne Arbeitskultur zu etablieren. Eine solche Arbeitskultur ermöglicht Beschäftigten die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben, steigert so die Arbeitsplatzattraktivität und sorgt auf diese Weise dafür, dass Unternehmen Fachkräfte halten und anziehen können. Von weitsichtigem Handeln zeugt das jetzige Nichts-Tun der Bundesregierung nicht. Das gilt für die digitale Arbeitswelt von morgen und für den Infektionsschutz in Zeiten der Delta-Variante gleichermaßen.

 

Foto von Beate Müller-Gemmeke MdB
Beate Müller-Gemmeke
Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik Koordinatorin Gewerkschafts- und Sozialbeirat