Pressemitteilung vom 29.09.2020

Horizon Europe: Aufbruch statt Rotstift

Zum Treffen der EU-Forschungsminister erklärt Kai Gehring, Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule:

Statt dem großen Aufbruch für Forschung und Wissenschaft in Europa gibt es mit Horizon Europe ein eingedampftes Programm, das am falschen Ende den Rotstift ansetzt. Um gestärkt aus der Pandemiekrise zu kommen, wären entschlossene Investitionen in Zukunftsthemen nötig – vom Klimaschutz und der Gesundheitsforschung bis zur nachhaltigen Wirtschaft und der Friedensforschung. Von Bundesforschungsministerin Karliczek hätten wir erwartet, im Interesse Europas und auch Deutschlands für ein starkes Forschungsrahmenprogramm ab 2021 zu kämpfen. Leider hat sie schon vor Monaten die Flinte ins Korn geworfen und die Kürzungen akzeptiert.

Das Europäische Parlament und wir Grünen im Bundestag hatten 120 Milliarden Euro für das Forschungsprogramm bis 2027 gefordert. Davon sind wir nun meilenweit entfernt und viele zukunftsweisende Ideen können nicht weiter verfolgt werden. Das ist gerade in einer Pandemiekrise, wo alle Welt gebannt auf die Wissenschaft blickt, paradox und zukunftsvergessen.

Europa soll ein Kontinent der Ideen und der Wissenschaftsfreiheit bleiben, der weltweit die besten Talente anzieht, kreativ und wettbewerbsfähig ist. Dafür brauchen wir ein gestärktes Forschungsrahmenprogramm und den massiven Ausbau des Erasmus-Austauschs, um Wissen, Bildungsmobilität und Chancen für alle zu schaffen. Denn nur wenn Europa jetzt mutig in Zukunftsfelder investiert, sind wir für zukünftige Herausforderungen gut gerüstet.

 

Foto von Kai Gehring MdB
Kai Gehring
Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule