Pressemitteilung vom 18.08.2020

Internationaler Tag der Humanitären Hilfe - mehr Flexibilität in der Mittelvergabe

Anlässlich des Internationalen Tages der Humanitären Hilfe am 19. August erklärt Margarete Bause, Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe:

Millionen Menschen sind weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen - aufgrund von Gewaltkonflikten oder Naturkatastrophen. Durch die Corona-Pandemie stieg die Zahl der Hilfsbedürftigen laut Vereinten Nationen (VN) von 168 Millionen auf über 450 Miollionen weltweit. Die Hygienebedingungen sind in diesen Kontexten oft katastrophal, es mangelt an Grundlegendem wie frischem Wasser oder Seife. Ohnehin schwache Gesundheitssysteme drohen infolge der Pandemie endgültig zu kollabieren.

Gleichzeitig stellt die Pandemie humanitäre Akteure vor ungeahnte Herausforderungen: Reise- und Ausgangsbeschränkungen erschweren den Zugang, medizinische Hilfsgüter sind rar, Lieferketten unterbrochen. Heute gehen unser Dank und Respekt deswegen an all diejenigen, die Tag für Tag und besonders in Zeiten der Pandemie unermüdlich und unerschrocken alles tun, um Menschen in Not zu unterstützen.

Mitte August war der Globale humanitäre Hilfsplan der VN (GHRP), der angesichts der Pandemie aufgelegt wurde, lediglich zu 20 Prozent gedeckt. Das reicht hinten und vorne nicht! Wir müssen jetzt anpacken, um noch Schlimmeres zu verhindern.

Als einer der größten humanitären Geber weltweit muss sich die Bundesregierung fortlaufend und den Aktualisierungen entsprechend am GHRP beteiligen. Damit Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird, müssen deutlich mehr Mittel als bisher direkt an NGOs gegeben werden, und sie müssen weiterhin flexibel umgewidmet werden können. Maßnahmen in den Bereichen sexuelle und gender-basierte Gewalt, reproduktive Rechte und psychologische Unterstützung dürfen in Zeiten der Pandemie nicht hinten runterfallen. Vielmehr müssen sie ins Zentrum gerückt werden. #LeaveNoOneBehind darf keine Floskel bleiben.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Margarete Bause
Sprecherin für Menschenrechtspolitik Sprecherin für humanitäre Hilfe