Pressemitteilung vom 05.11.2019

Die Umwelt auch im bewaffneten Konflikt schützen

Zum morgigen Internationalen Tag für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten erklärt Ottmar von Holtz, Sprecher für Zivile Krisenprävention:

Dieser Welttag ist eine Mahnung, dass bewaffnete Konflikte nicht nur verheerende Auswirkungen für die betroffenen Menschen haben, sondern auch für die Umwelt. Durch Bombenkrater, zerstörte Wälder, vergiftete Wasserläufe oder brennende Ölquellen werden nachhaltig Lebensgrundlagen zerstört, die einem friedlichen Wiederaufbau erheblich im Weg stehen. Auch dieser Aspekt ist ein Grund dafür, viel stärker in die Prävention von gewaltsamen Konflikten zu investieren. Die Bundesregierung hat sich gerade wegweisende Strategien für den Umgang mit Konflikten gegeben. Jetzt braucht es aber auch eine glaubwürdige Umsetzung. Das gelingt nicht, wenn das Auswärtige Amt bei seinen Projekten weiterhin nach dem Prinzip der Jährlichkeit vorgeht. Ein erfolgreiches Engagement braucht langfristige Planung. Hier hat die Bundesregierung Nachholbedarf. 

Besonders groß ist der Nachholbedarf auch in der Absprache mit anderen Ministerien. Friedenspolitik ist dann erfolgreich, wenn sie kohärent ist. Gerade das Umweltministerium könnte noch einen deutlich größeren Beitrag leisten, doch bislang wird seine Bedeutung in der Außen- und Friedenspolitik weit unterschätzt. All dies muss jedoch auch finanziell ausreichend unterlegt sein. Hier gibt der aktuelle Haushaltsentwurf der Bundesregierung wenig Anlass zur Freude.

Es gab bereits Konflikte, die aufgrund der Zerstörung der Umwelt entstanden sind, wie beispielsweise der blutige Konflikt auf der Insel Bougainville, welche derzeit noch zu Papua-Neuguinea gehört. Und auch die Klimakrise wird in Zukunft bewaffnete Konflikte weiter verschärfen. Dies sieht man heute schon sehr deutlich unter anderem in der Tschadseeregion.

Dieser Welttag ist auch eine Mahnung, in die Vergangenheit zu blicken. Viele Folgen für die Umwelt, die vor vielen Jahrzehnten verursacht wurden, sind noch heute zu spüren. Ein Beispiel ist das Entlaubungsmittel Agent Orange, das die US-Amerikaner im Vietnamkrieg großflächig über Wälder versprühten. Dieses Herbizid verursacht bis heute großes menschliches Leid. Immer noch werden viele Kinder mit Fehlbildungen geboren.

Auch bedrohte Tierarten wie beispielsweise Gorillas sind im Kontext von Konflikten gefährdet. Sie können selbst in Friedenszeiten nur schwer geschützt werden, jedoch umso schwerer, wenn ein Nationalpark mitten im umkämpften Gebiet liegt.

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