Pressemitteilung vom 25.09.2019

IPCC: Bundesregierung darf Hilferuf der Wissenschaft nicht ignorieren

Zum heute vorgestellten IPCC-Bericht erklären Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik, und Lisa Badum, Sprecherin für Klimapolitik:

Der heutige Bericht des Weltklimarats ist ein erneuter Hilferuf der Wissenschaft an die Regierungen dieser Welt. Unsere Meere kollabieren aufgrund der sich zuspitzenden Klimakrise. Der nahezu vollständige Verlust der weltweiten Korallenriffe ist die direkte Folge von erhitzten und versauerten Meeren. Sauerstoffarme Todeszonen wie in der Ostsee breiten sich durch die Klimakrise weltweit aus und Fischbestände brechen vollständig ein. Hunderte Millionen Menschen drohen zusätzlich im Zuge des Meeresspiegelanstiegs ihre Heimat zu verlieren. Die Daten des Weltklimarats sind ein neuer Tiefpunkt, als Zeugnis für weltweites Regierungshandeln. Die Bundesregierung ist zentraler Akteur dieses Versagens.

Durch die Tatenlosigkeit der Weltgemeinschaft und der Arbeitsverweigerung der Bundesregierung drohen die Pariser Klimaziele zu scheitern. Es braucht eine drastische klimapolitische Wende lokal, national und weltweit, um eine Erhitzung der Erde um maximal 2 Grad noch abzuwenden. Die Wissenschaft ist sich einig, dass dafür eine vollständige Transformation unseres Wirtschaftssystems notwendig ist. Weg von einer Wirtschaft abhängig von fossilen Energieträgern und auf Kosten anderer, hin zu einer sozial-ökologischen Lebensweise. Die Vorschläge der Bundesregierung sind dahingehend blank, das Pille-Palle-Paket ist nicht das Papier wert, auf dem es steht. Wirksamer Klimaschutz bedeutet: Abbau klimaschädlicher Subventionen, Ausbau der Erneuerbaren Energien und ein wirksamer und sozialer CO2-Preis. Das sind wir zukünftigen Generationen schuldig.

Hintergrund:

Der Bericht des Weltklimarats fasst den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammen. Dafür wurden von 104 Wissenschaftler*innen insgesamt 6981 wissenschaftliche Publikationen zum Thema ausgewertet. Der Bericht wurde heute Morgen um 11:00 in Monaco bei der Jahrestagung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) vorgestellt. An diesem Freitag stellt der Co-Vorsitzende der Working-Group II des IPCC und Leadautor des Berichtes, Prof. Hans-Otto Pörtner die zentralen Erkenntnisse des Berichtes bei einem öffentlichen Fachgespräch der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vor. Weitere Informationen und Anmeldung gibt’s hier.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Steffi Lemke
Parlamentarische Geschäftsführerin Sprecherin für Naturschutzpolitik