Pressemitteilung vom 21.06.2021

Jüdische Militärseelsorge ist ein starkes positives Zeichen

Zur heutigen Amtseinführung des ersten Militärrabbiners erklären Konstantin von Notz, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Beauftragter für Religion und Weltanschauungen, und Tobias Lindner, Sprecher für Sicherheitspolitik:

Wir begrüßen sehr, dass den jüdischen Soldatinnen und Soldaten bei der Bundeswehr mit der heutigen Amtseinführung des ersten Militärrabbiners endlich wieder eine Seelsorge an die Seite gestellt wird.

Die Soldatinnen und Soldaten leisten Herausragendes für die Gesellschaft. Dabei stellt sie der Dienst in den Streitkräften vor ganz existenzielle Fragen - in letzter Konsequenz mit der Bereitschaft, das eigene Leben einzusetzen oder gegebenenfalls andere Menschen zu töten. Alle Soldatinnen und Soldaten, egal welcher Religionszugehörigkeit, müssen Zugang zu angemessener seelsorgerischer Betreuung haben. Seelsorge ist ein elementarer Teil der Fürsorge für Soldatinnen und Soldaten und ihrer Angehörigen. Es ist überfällig, dass Soldatinnen und Soldaten jüdischen Glaubens nun die Möglichkeit erhalten, Zugang zu einem eigenen Ansprechpartner und Ratgeber für ihre Konflikte und Sorgen vor allem bei ihren Einsätzen im In- und Ausland zu haben.

Die Einrichtung jüdischer Militärseelsorge ist ein starkes positives Zeichen für die Förderung des aktiven jüdischen Lebens in Deutschland und ein großer Schritt zur Anerkennung der multireligiösen Identität der Bundeswehr. Ihm müssen dringend weitere Schritte folgen. Um die religiöse Vielfalt in der Bundeswehr umfänglich anzuerkennen und zu würdigen, muss es auch für die derzeit größte nichtchristliche Gruppe in der Bundeswehr, den rund 3000 Menschen muslimischen Glaubens, endlich ein angemessenes Angebot zur Seelsorge geben.