Pressemitteilung vom 01.12.2020

Klimakrise ist eine der zentralen Ursachen für humanitäre Notlagen

Anlässlich der Veröffentlichung des Global Humanitarian Overview 2021 des Amts der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) erklärt Margarete Bause, Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe:

Im kommenden Jahr werden 235 Millionen Männer, Frauen und Kinder für ihr Überleben auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Knapp 30 Milliarden Euro sind nötig, um allein die 160 Millionen Menschen zu unterstützen, die am schlimmsten betroffen sind. Zum Vergleich: Das Corona-Hilfspaket der EU umfasst 750 Milliarden Euro.

Neben bewaffneten Konflikten und den Folgen der Corona-Pandemie sind die Auswirkungen der Klimakrise mittlerweile zentrale Ursache für humanitäre Notlagen weltweit. Die Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise sind somit auch Maßnahmen zur Prävention humanitärer Krisen. Um der Komplexität humanitärer Notlagen gerecht zu werden, brauchen humanitäre Organisationen Planbarkeit und Flexibilität. Daher fordern wir, dass die Bundesregierung den Organisationen 30 Prozent der humanitären Gelder ungebunden zur Verfügung stellt. Personen, Organisationen und Strukturen vor Ort müssen gestärkt und aktiv eingebunden werden. Sie wissen, was es braucht, damit Menschen weiter in ihrer Heimat leben und bleiben können. Deutschland ist bereits Vorreiter im Bereich der vorausschauenden humanitären Hilfe. Bessere Abstimmungen und Koordination innerhalb der EU und mit UNOCHA würden die positive Wirkung noch verstärken. Es ist ein wichtiger Schritt, dass die Bundesregierung sich mit 2,1 Milliarden Euro an dieser globalen Herausforderung beteiligt. Die von uns geforderten 2,5 Milliarden Euro wären aber angesichts der vielen Milliarden, die wir für die Bewältigung der Corona-Krise im Inland aufbringen, mehr als angemessen. Wenn uns die Corona-Pandemie eines lehrt, dann dass globale Krisen nur global und solidarisch gelöst werden können und Prävention zur Beherrschbarkeit von Krisen beitragen kann.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Foto von Margarete Bause MdB
Margarete Bause
Sprecherin für Menschenrechtspolitik Sprecherin für humanitäre Hilfe