Pressemitteilung vom 11.03.2020

Kreislaufwirtschaft: EU-Kommission setzt richtige Akzente

Zum heute von der EU-Kommission vorgestellten Aktionsplan für eine europäische Kreislaufwirtschaft erklärt Dr. Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

Die EU-Kommission hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt einen wichtigen Impuls für den Einstieg in eine ressourcenleichte, klimaneutrale und giftfreie Kreislaufwirtschaft. Es ist gut, dass die EU-Kommission vorangeht und Kreislaufwirtschaft zu einer tragenden Säule eines nachhaltigen Wirtschaftssystems in Europa machen will. Unsere Wegwerfgesellschaft heizt die Verschwendung natürlicher Ressourcen immer weiter an und steuert so geradewegs in eine Sackgasse. Der Ausweg ist eine echte Kreislaufwirtschaft, in der die Produkte möglichst langlebig und reparierbar sind und wertvolle Rohstoffe in geschlossenen Kreisläufen gehalten werden. Dazu sind klare Regeln für das Produktdesign, Vorgaben für den Einsatz recycelter Materialien und verbindliche Ziele zu Vermeidung von Verpackungsmüll erforderlich.

Wir werden unsere Klimaziele nur erreichen, wenn wir sorgsamer mit den Wertstoffen und der Energie umgehen, die in unseren Alltagsprodukten stecken. Dafür brauchen wir einen neuen Denkansatz: Produkte, die das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben, sollen nicht länger Müll sondern wertvolles Rohstofflager sein. Der Aktionsplan der EU-Kommission setzt hier die richtigen Akzente. Jetzt müssen den Ankündigungen auch Taten folgen. Die Bundesregierung muss endlich aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen und die EU-Kommission aktiv bei der Umsetzung des Aktionsplans unterstützen. Der Einstieg in eine echte Kreislaufwirtschaft muss ein Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte werden.

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