Pressemitteilung vom 11.06.2020

Krise als Beschleuniger der Ernährungswende

Zur Debatte um regionale und saisonale Lebensmittel erklärt Renate Künast, Sprecherin für Ernährungspolitik:

Der Anblick leerer Lebensmittelregale war in den vergangenen Wochen und Monaten kein seltener. Viele Menschen hamsterten aus Angst, nichts mehr zu essen zu haben. Regionalität kann hier einen effektiven Beitrag für mehr Versorgungssicherheit, aber auch für mehr Klimaschutz leisten. Wir dürfen uns nicht immer mehr an Importen ausrichten, sondern müssen mehr auf regionale  saisonale und vielfältige Lebensmittel - und das möglichst in Bioqualität - setzen. Denn sie sind gesund, gut für die Umwelt und auch in Krisenzeiten vorrätig. Die Krise ist damit zum Beschleuniger für die längst überfällige Ernährungswende geworden.

Jetzt gilt es, die regionalen Produkte in die Städte zu holen. Das schafft Absatz für die Bauern, Einkommen im ländlichen Raum und bringt die gute Ernährung zu den Menschen. Damit nach der Krise nicht wieder alles beim Alten landet, muss die heimische Versorgung  finanziell unterstützt, gestärkt und ausgebaut werden. Der Ernährungs- und Agrarbereich muss jetzt so umgebaut werden, dass regionale Lebensmittel anhand einer Herkunftskennzeichnung erkennbar sind,  dass Projekte der regionalen Vermarktung institutionell gefördert werden und mehr Ernährungskompetenz vorhanden ist. Dazu braucht es systematische Programme und nicht nur hier und da kleine Modellprojekte. Aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher sind gefragt. Sie können Politik mit dem Einkaufskorb machen, indem sie den Blumenkohl und die Kartoffeln vom Beet nebenan kaufen.

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik Sprecherin für Tierschutzpolitik