Pressemitteilung vom 08.07.2021

Kungeleien haben deutschem Autostandort geschadet

Zu den EU-Strafzahlungen gegen deutsche Autobauer wegen geheimer Absprachen erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer:

Es ist richtig, dass die Kommission die jahrelange und gesundheitsgefährdende Kungelei der Autohersteller bei der Abgasreinigung endlich bestraft. Und es ist wieder nicht das Bundesverkehrsministerium mit einem CSU-Minister, das Gesetzesverstöße benennt und ahndet. Mit dem jahrelangen Weggucken hat die Bundesregierung dem Autostandort Deutschland immens geschadet und die Gesundheit vieler Stadtbewohner gefährdet.

Hohe Ansprüche an die Abgasreinigung durch geheime Absprachen auszuhebeln, widerspricht dem, was man unter deutscher Ingenieurskunst versteht. Vorsprung durch Kungelei statt Vorsprung durch Technik, dieses Motto wird heute zu Recht bestraft.

Streng genommen gibt es zwei Dieselskandale. Einmal betrifft das ältere Euro-5-Diesel, die bis 2015 gebaut wurden. Dazu gab es einen Untersuchungsausschuss im Bundestag und die Gerichtsverfahren gegen führende VW-Manager laufen dazu. Jetzt geht es hauptsächlich um die neuen Diesel-PKW mit der Abgasreinigung Euro 6, die bisher weniger im Fokus standen. Die deutschen Autofirmen haben sich hier abgesprochen, dass sie die Technik zur Abgasreinigung zu klein dimensionieren, so dass sie die meiste Zeit nicht richtig funktioniert. Auf dem Papier und im Labor wurden die strengen Abgasvorschriften eingehalten, auf der Straße gab es dann aber nicht genug von der Reinigungsflüssigkeit AdBlue, weil der Tank dafür schlicht zu klein war.