Pressemitteilung vom 24.04.2020

Malaria entschlossen bekämpfen – nicht trotz, sondern wegen Corona

Zum Weltmalariatag erklärt Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Mitglied im Unterausschuss Globale Gesundheit:

Die Pandemie des neuartigen Corona-Virus stellt die Widerstandsfähigkeit von Gesundheitssystemen auf der ganzen Welt auf die Probe. Nicht trotzdem, sondern gerade deswegen dürfen wir den Kampf gegen lange bekannte Krankheiten nicht schleifen lassen. Denn Malaria verschwindet nicht in der Corona-Krise, sondern die Probleme verschärfen sich gegenseitig. Darum sind die internationale Gemeinschaft und selbstverständlich auch die deutsche humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit gefragt, die Programme zur Prävention, Erkennung und Behandlung von Malaria aufrechtzuerhalten und so die Gesundheitssysteme in den besonders stark betroffenen Ländern des Globalen Südens zu entlasten.

Gegen Covid-19 gibt es bislang keine Mittel. Malaria hingegen ist eine vermeid- und behandelbare Krankheit. Und dennoch gehört Malaria neben Tuberkulose und HIV zu den drei tödlichsten Krankheiten auf der Welt – pro Jahr sterben mehr als 400.000 Menschen an Malaria. Besonders betroffen sind arme Menschen, die ohne geschlossene Wassersysteme und in ungenügend geschützten Wohnstätten den Mücken besonders stark ausgesetzt sind. Für den Kampf gegen Malaria spielt vor allem Prävention eine bedeutende Rolle. Beschichtete Moskitonetze helfen gegen die Übertragung; Infizierte können behandelt werden, wenn die Krankheit erkannt wird und bezahlbare Medikamente zur Verfügung stehen. Letztlich braucht es solide aufgestellte Gesundheitssysteme und eine gute medizinische und sanitäre Grundversorgung überall. Dafür muss sich die Bundesregierung einsetzen.

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