Pressemitteilung vom 07.06.2021

Meeresschutz bleibt auf der Strecke

Zum morgigen Weltozeantag erklärt Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für Naturschutz:

Der Meeresschutz wird von der Bundesregierung systematisch ausgebremst. Unter CDU/CSU und SPD wird in Deutschlands ausgewiesenen Meeresschutzgebieten sogar intensiver gefischt als außerhalb und zusätzlich noch Kies und Sand abgebaut. Diese Praxis führt die Bezeichnung „Meeresschutzgebiet“ ad absurdum.

Dadurch werden zentrale Ziele zum Schutz unserer heimischen Meere krachend verfehlt, ihr Zustand hat sich teilweise sogar verschlechtert. Es gibt keine Nullnutzungszonen zur Erholung von Tier- und Umwelt und schlicht keine Strategie, an der sich die deutsche Meerespolitik ausrichtet. Die Konsequenz sind wirkungslose Meeresschutzgebiete, übernutzte Meere und ein akut vom Aussterben bedrohter heimischer Schweinswal.

Wir wollen, dass Deutschland zum Champion der Meere wird: Der Schutz mariner Biodiversität braucht die Anerkennung als gesellschaftliche Investition in eine gesunde Zukunft. Zudem sollte sich Deutschland auch international für einen deutlich verbesserten Schutz der Meere einsetzen. Die Bundesregierung muss zum Beispiel die Bedeutung der antarktischen Gewässer anerkennen und ihre Unterschutzstellung auch außenpolitisch vorantreiben, angefangen mit der Unterschutzstellung des Wedellmeeres.

Nur so kann Deutschland einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das 30-Prozent der Meere unter Schutz gestellt werden, wofür der Weltozeantag wirbt.

Foto von Steffi Lemke MdB
Steffi Lemke
Parlamentarische Geschäftsführerin Sprecherin für Naturschutzpolitik