Pressemitteilung vom 25.05.2021

Megafusion der Wohnungskonzerne: Mieter- und Klimaschutz darf nicht unter die Räder kommen

Zur geplanten Fusion der zwei größten deutschen Wohnungskonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen erklärt Chris Kühn, Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik:

Noch mehr Marktmacht darf nicht zu Lasten von Mieterinnen und Mietern gehen. Mit der geplanten Fusion entsteht der größte Wohnungskonzern Europas. Ein echter Wohngigant, der einen großen Schatten wirft. Ein solcher Megakonzern trägt eine große soziale Verantwortung für den Zusammenhalt und die soziale Frage des Wohnens in Deutschland. Wir erwarten, dass die Kartellbehörden die Fusion intensiv prüfen. Es darf nicht zu einer marktbeherrschenden Stellung – auch nicht auf Teilmärkten des deutschen Wohnungsmarktes – kommen.

Der mögliche Zusammenschluss belegt die rasante Veränderung auf den deutschen Wohnungsmärkten. Internationale Finanzinvestoren gewinnen immer stärker an Einfluss und Gestaltungsmacht auf unser Wohnen. Der Gestaltungsauftrag von Politik wächst angesichts einer solchen Fusion weiter. Es braucht daher endlich auch ein Verbandsklagerecht für Mietervereine, um das Wohnen in Deutschland im Gleichgewicht zu halten und Mieterinnen und Mieter vor zu viel Marktmacht zu schützen.

Der Klimaschutz darf im Rahmen der Fusion nicht unter die Räder kommen. Der Konzern muss sich als relevante Größe auf dem Wohnungsmarkt nach den deutschen Klimazielen ausrichten und für wirksamen Klimaschutz in seinem großen Gebäudebestand sorgen.