Pressemitteilung vom 26.08.2020

Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige: Ein Pflegeunterstützungsgeld ist nicht genug

Zur Einigung im Koalitionsausschuss zum Pflegeunterstützungsgeld erklärt Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik,

Pflegende Angehörige bekommen noch immer viel zu wenig Unterstützung. Schon vor Beginn der Pandemie haben drei von vier pflegebedürftigen Menschen Hilfe aus ihrer Familie, ihrem Freundeskreis oder ihrer Nachbarschaft bekommen. Die Pandemie dürfte ihren Anteil noch einmal erhöht haben, wo die Versorgung durch ambulante Pflegedienste oder wichtige Unterstützungsangebote wie der Tages- und Nachtpflege weggebrochen sind.

Es ist gut, dass die Bundesregierung im Frühjahr unserer Forderung nachgegeben und ein Pflegeunterstützungsgeld für 20 Tage geschaffen hat. Jetzt kommt es aber darauf an, endlich nachhaltige Verbesserungen für die Menschen zu schaffen, die sich in unserer Gesellschaft um andere Menschen kümmern. Wir fordern die Bundesregierung auf, die Kommunen beim Aufbau von Unterstützungsstrukturen stärker unter die Arme zu greifen, Leistungen der Pflegeversicherung zu flexibilisieren sowie die Handlungsempfehlungen des Unabhängigen Beirats zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu prüfen und bis Ende des Jahres konkrete Vorschläge zur Umsetzung vorzulegen. Pflegende Angehörige verdienen nicht nur unseren Respekt, sie brauchen vor allem unsere gesellschaftliche Solidarität.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher