Pressemitteilung vom 18.05.2021

Minijobs haben keine Zukunft

Zu den Empfehlungen des Rats der Arbeitswelt, der seinen Bericht heute vorgestellt hat, erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Jetzt hat es auch der Rat der Arbeitswelt bekräftigt: Minijobs haben keine Zukunft. Stattdessen brauchen wir sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Denn Minijobs sind für viele Minijobberinnen eine Sackgasse und eben keine Brücke in reguläre Beschäftigung. Gerade die Corona-Pandemie hat das sehr deutlich gemacht. Viele der geringfügig Beschäftigten standen im Lockdown auf der Straße – und zwar ohne Anspruch auf Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld.

Gleichzeitig verzerrt geringfügige Beschäftigung den Wettbewerb zwischen den Unternehmen – insbesondere dort, wo Arbeitgeber den Beschäftigten im Minijob ihre Rechte vorenthalten, wo die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht bezahlt wird oder es keinen bezahlten Urlaub gibt. Insbesondere diese illegalen Praktiken scheinen für Arbeitgeber den Reiz der Minijobs auszumachen. Denn wirkliche systematische Flexibilisierungsvorteile bieten Minijobs ihnen nicht. Beschäftigte könnten genauso gut in kleiner sozialversicherungspflichtiger Teilzeitbeschäftigung eingestellt werden.

Wir Grüne teilen das Fazit des Rats der Arbeitswelt und wollen dafür sorgen, dass geringfügige Beschäftigung stark eingedämmt und in sozialversicherungspflichtige Arbeit umgewandelt wird. 

Foto von Beate Müller-Gemmeke MdB
Beate Müller-Gemmeke
Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik (19. WP) Koordinatorin Gewerkschafts- und Sozialbeirat (19. WP)