Pressemitteilung vom 08.12.2020

Mit dem Trans-Europ-Express 2.0 eine echte Alternative zum Fliegen schaffen

Zur Unterzeichnung der Absichtserklärung zum Trans-Europ-Express 2.0 erklären Matthias Gastel, Sprecher für Bahnpolitik, und Dr. Franziska Brantner, Sprecherin für Europapolitik:

„Der Trans-Europ-Express (TEE) 2.0 ist eine echte Alternative zum Fliegen. Nach fast vier Jahren im Amt will Bundesverkehrsminister Scheuer damit nun endlich eine ur-grüne Forderung auf die Schiene bringen. Darüber ließe sich laut jubeln, wenn sich hinter Scheuers Worten auch die notwendige Ernsthaftigkeit erkennen ließe. Bloße Ankündigungen und Absichtserklärungen hat der Minister allerdings schon genug produziert. Andreas Scheuer wird sich deshalb daran messen lassen müssen, ob sich die ersten vier Zugpaare in einem Jahr buchen lassen.

Um ein echtes, dauerhaftes Streckennetz aufzubauen, das alle europäischen Metropolen verbindet, wird eine reine Absichtserklärung zwischen nationalen Bahngesellschaften nicht ausreichen. Es fehlt auf europäischer Ebene eine Antwort auf die Frage, wo solche Angebote koordiniert werden, ob es dazu Vergabeverfahren bedarf und wer sicherstellt, dass es einfache Buchungsmöglichkeiten und Tickets zu Preisen unter denen der Airlines gibt. Die Strecke (Stockholm –) Malmö – Hamburg – Köln (–Brüssel) fehlt in Scheuers Liste gleich ganz. Das verwundert, wird doch gerade diese Linie von der schwedischen Regierung mit Nachdruck vorangetrieben und könnte deshalb als europäisches Vorreiterprojekt herhalten. Bei diesem Projekt allerdings stand Scheuer bislang auf der Bremse.

Um das Reisen im TEE 2.0 zur ersten Wahl vieler Europäer zu machen muss die Bundesregierung parallel zu den Ausbauplänen bei der Bahn Maßnahmen anschieben, um die Subventionen des Luftverkehrs abzubauen, die Klimaschädigung des Luftverkehrs zu monetarisieren und zugleich die Wettbewerbsnachteile der Bahnen auszugleichen.“