Pressemitteilung vom 22.03.2021

Mit Stadtnatur gegen die Klimakrise

Zur Anpassung der Kommunen an die Folgen der Klimakrise erklärt Daniela Wagner, Sprecherin für Stadtentwicklung:

Für das Anpassen an die Folgen der Klimakrise brauchen Kommunen mehr als nur Prämien und Beratungsangebote. Umweltministerin Schulze läuft mit ihrem Vorstoß zwar in die richtige Richtung, allerdings nur in sehr kleinen Schritten. Extremwetterereignisse, die unsere Städte vor große Herausforderungen stellen, werden immer öfter auftreten. Wir müssen unsere Städte deshalb völlig neu denken. Es braucht eine Förderung, die diesen Herausforderungen auch gerecht wird.

Wir fordern ein Förderprogramm "Grüne Freiräume und Wasser für coole Städte" in Höhe von 800 Millionen Euro. Damit sollen Grünflächen, Grünzüge und Gebäudegrün in den Städten gestärkt und die Lebensqualität in den Städten für alle erhöht werden. Auch rechtliche Hürden muss die Bundesregierung abbauen, um den Ausbau Grünflächen und Wasserläufe zu erleichtern und Konzepte wie Stadtnatur umzusetzen. Stadtnatur kann Extremwetterereignisse abfedern. Bei Starkregen wirkt sie wie ein Schwamm für die Wassermassen und bei Hitze wie eine natürliche Klimaanlage. Zudem sind Stadtnatur und Stadtgrün wichtig für die Naherholung, gerade für Menschen ohne Balkon oder Garten. Daher wollen wir die mangelnde Ausstattung des öffentlichen Raums mit Grün und die schwere Erreichbarkeit von öffentlichem Grün als städtebauliche Sanierungsmaßnahme in das Baurecht aufnehmen.

Eine ausreichende Grünflächenversorgung muss zudem in Bauleitplänen stärker berücksichtigt werden, so dass innerstädtische Grünflächen gesichert werden und bei Bauvorhaben nicht verloren gehen. Auch ohne Bebauungsplan müssen Grün- und Freiräume gesichert werden können. Hierfür wollen wir das Instrument des integrierten Stadtentwicklungskonzepts stärken. Um die Ausweisung von Naturerfahrungsräumen in Flächennutzungsplänen und Bebauungsplänen zu ermöglichen, wollen wir eine neue Grünflächenkategorie in das Baurecht einführen.