Pressemitteilung vom 17.08.2018

Neues Schuljahr: Soziale Herkunft darf nicht über Bildungserfolg entscheiden

Zum Beginn des neuen Schuljahrs in mehreren Bundesländern am kommenden Montag erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik:

Die politischen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Schulstart sind leider nicht sonderlich gut: Das größte Problem bleibt die soziale Selektion. In kaum einem anderen Land entscheidet die soziale Herkunft so stark über den Bildungserfolg wie bei uns. Das muss sich dringend ändern, zum Beispiel mit qualitativ höherwertigen Schulen, mehr Ganztagsbetreuung, längerem gemeinsamen Lernen, besserer finanzieller Ausstattung und individueller Förderung. So entkoppeln wir Herkunft von Zukunftschancen.

Mit der digitalen Schule geht es ebenfalls nicht voran, weil die (nicht mehr ganz so) neue Bundesministerin den DigitalPakt Schule einfach nicht hinbekommt: Die Schulen warten weiterhin auf das Geld, was ihnen bereits seit über zwei Jahren versprochen wurde.

Der Bund müsste zudem die Länder und Schulträger viel mehr unterstützen. Doch statt endlich einen entsprechenden Kooperationsparagrafen im Grundgesetz zu verankern, wird nur zaghaft das Kooperationsverbot gelockert. Dadurch sind Mittel jedoch nur zeitlich befristet und abnehmend möglich, der große Fortschritt bleibt aus - zulasten der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte.

In der ganzen Republik fehlen zum Teil massiv Lehrkräfte. Die Zahl der Quereinsteiger wird immer größer. Der Beruf muss endlich attraktiver werden, zum Beispiel indem Lehrerinnen und Lehrer mithilfe multiprofessioneller Teams entlastet werden, damit sie sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können: guten Unterricht machen.

Margit Stumpp

Sprecherin für Bildungspolitik Sprecherin für Medienpolitik