Pressemitteilung vom 31.10.2019

Omid Nouripour: Chile: Gewalt gegen Demonstrierende nicht hinnehmen

Zu den anhaltenden Protesten in Chile erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:

Nach knapp zwei Wochen Massenprotesten und Straßengewalt haben sich die schlimmsten Unruhen seit Jahrzehnten in einen landesweiten Aufstand verwandelt, der dramatische Veränderungen des wirtschaftlichen und politischen Systems fordert. Der Funke, der die Flamme entzündete, war eine dreiprozentige Fahrpreiserhöhung, aber ihr zugrunde liegt massiver Unmut über Ungleichheit, prekäre Lebensverhältnisse und polizeiliche Repression.

Die gewaltsame Reaktion der Sicherheitskräfte auf die Proteste der chilenischen Bevölkerung ist völlig unverhältnismäßig und inakzeptabel.  Bei den Protesten kamen bislang mindestens 20 Menschen ums Leben, über 3500 Menschen wurden verhaftet und Hunderte erlitten schwerwiegende Schusswundenverletzungen.

Die Bundesregierung muss gegenüber der chilenischen Regierung zu einem Ende der Gewalt aufrufen und eine rasche Entsendung der UN-Menschenrechts-Sondermission nach Chile mit allen Mitteln unterstützen.