Pressemitteilung vom 04.06.2021

Organspende: Spendewillen dokumentieren, Krankenhausstrukturen stärken

Zum morgigen Tag der Organspende erklärt Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesundheitsförderung:

Mehr und mehr Menschen dokumentieren ihre Entscheidung zu einer möglichen Organspende. Das gaben 37 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen bei einer Befragung  der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in 2020 an. Die Zahl der Organspender*innen und der gespendeten Organe ist im letzten Jahr trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gesundheitssystem annähernd gleich geblieben. Das ist eine begrüßenswerte Zwischenbilanz auf dem Weg zu einem gestärkten Organspendewesen. Jedoch gibt es weiterhin große Baustellen, die energisch angegangen werden müssen.

Der Anteil der dokumentierten Entscheidungen ist mit aktuell 44 Prozent deutlich steigerungsfähig. Unter Befragten, die ihre Entscheidung nicht dokumentiert haben, stimmen nämlich fast zwei Drittel der Organspende zu. Die Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft wird ab 2022 Verbesserungen bei der Information und der erleichterten Dokumentation einer persönlichen Entscheidung bringen. Zur einfachen persönlichen Dokumentation der Entscheidungsbereitschaft sollte schnellstmöglich das digitale Organspenderegister umgesetzt werden.

Außerdem fühlt sich fast die Hälfte der Menschen nicht gut informiert und zwei Dritteln fehlen wichtige Informationen. Ab 2022 kommt dafür das gestärkte Beratungsangebot der Hausärzt*innen zum Tragen. Die Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigt auf, dass ihre Aufklärungsarbeit dringend verbessert werden muss.

Das Erkennen und Melden von Organspender*innen in den Entnahmekrankenhäusern ist das A und O für die tatsächlich realisierten Organspenden. Die Strukturen müssen weiter gestärkt werden, damit kein potenziell gespendetes Organ mehr verloren geht. Verfügbare Daten aus dem Transplantationsregister zu Organspender*innen, Organempfänger*innen und Lebendspender*innen werden bisher nicht ausreichend genutzt, um die Patientensicherheit, Transparenz und Qualität in der Transplantationsmedizin weiterzuentwickeln.