Pressemitteilung vom 28.04.2021

Regelungen zu Nahrungsergänzungsmitteln sind längst überfällig

Zu dem Antrag der Koalition zur Regulierung von Nahrungsergänzungsmitteln erklärt Renate Künast, Sprecherin für Ernährungspolitik:

Bei Nahrungsergänzungsmitteln besteht seit Jahren eine massive Verbraucherschutzlücke. Das hat sicherlich auch mit einem massiven Lobbydruck zu tun, der dazu führt, dass in Europa Nahrungsergänzungsmittel noch immer nicht durch Höchstmengenangaben reguliert werden. Dabei sieht die Nahrungsergänzungsmittel-Richtlinie bereits seit  2002 die Einführung gesetzlicher Höchstmengen vor.

Das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln muss endlich reguliert werden. Denn es geht in jeder Hinsicht um die Gesundheit von Menschen. Schließlich kann eine Überdosierung auch gefährlich sein. Deshalb geht der Antrag der Koalition auch nicht weit genug. Wir Grüne fordern im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes nationale Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln festzulegen. Andere europäische Länder haben das längst umgesetzt. In Deutschland steht die Bundesministerin wieder mal auf der Bremse und wartet auf die EU, die das Thema bisher verschleppt hat.

Wir fordern eine Positivliste für zugesetzte Stoffe, auf der Anbieter die versprochenen Wirkungen durch eine Zulassung  wissenschaftlich belegen müssen. Und es muss eine Meldestelle für Verbraucher:innen geben, bei der sie Beschwerden durch unerwartete Wirkungen eines Nahrungsergänzungsmittels melden können.

Die politische Mutlosigkeit der Ministerin bei diesem Thema wird zum Ende der Legislatur nur mit einer parlamentarischen Deklaration garniert. Gesundheitlicher Verbraucherschutz wird dabei ignoriert. Gerade die seriösen Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln sollten sich Regelungen nicht verwehren. Denn nur so können die schwarzen Schafe auf dem Markt identifiziert werden. Das wäre ein fairer Wettbewerb.

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik (19. WP) Sprecherin für Tierschutzpolitik (19. WP)