Pressemitteilung vom 18.11.2018

Sanitäre Grundversorgung darf kein Luxus bleiben

Zum Welt-Toilettentag am 19. November 2018 erklärt Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Die Suche nach einer öffentlichen Toilette kann einen auch hierzulande ins Schwitzen bringen. Wieder zu Hause angekommen, haben wir dieses Problem aber nicht mehr: Wenn wir müssen, dann gehen wir eben. Für viele Menschen ist eine saubere Toilette allerdings reiner Luxus. Das hat weltweit Auswirkungen auf Gesundheit und sozioökonomische Entwicklung. Die Entwicklungspolitik der Bundesregierung muss darum mehr für die sanitäre Grundversorgung und den Zugang zu sauberem Trinkwasser tun.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2010 sauberes Wasser und funktionierende Sanitärversorgung als Menschenrechte anerkannt. Die Tatsache, dass diese Punkte auch im Nachhaltigkeitsziel 6 der VN festgelegt sind, zeigt deren Bedeutung für eine nachhaltige weltweite Entwicklung. Von einem Mangel an diesen Ressourcen sind besonders Frauen und Mädchen betroffen. Das kenianische Bildungsministerium schätzt, dass Mädchen in vier Jahren Highschool insgesamt 156 Tage verpassen, weil sie wegen ihrer Menstruation nicht zum Unterricht kommen.

Im Senegal haben 50 Prozent der Schulen weder eine Wasserversorgung noch sanitäre Einrichtungen und dort, wo es Toiletten gibt, sind die Einrichtungen wiederum nur bei der Hälfte nach Geschlechtern getrennt. Das Ergebnis: Mädchen vermeiden es, in der Schule Wasser zu trinken, um nicht zu müssen. Fehlende Wasserzufuhr kann zu Dehydrierung führen und schlägt sich negativ auf die Konzentrationsfähigkeit im Unterricht nieder. Fehlzeiten in der Schule oder Konzentrationsprobleme durch Wassermangel - so behindern fehlende Toiletten und Hygieneeinrichtungen Entwicklung in den Ländern des Globalen Südens. Hier sollte deutsche Entwicklungspolitik praktisch ansetzen.

 

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