Pressemitteilung vom 18.02.2020

Schattenfinanzindex 2020: Deutschlands Ruf als seriöser Finanzstandort gefährdet

Anlässlich der Veröffentlichung des Schattenfinanzindex 2020 erklärt Lisa Paus, Sprecherin für Finanzpolitik:

Auch wenn der heute veröffentlichte Schattenfinanzindex erste zaghafte Verbesserungen andeutet, Deutschland bleibt weiterhin Magnet für schmutziges Geld aus aller Welt. Der Bericht belegt, dass die wichtigen Schattenfinanzzentren nicht nur in der Karibik, sondern direkt vor unserer Tür liegen. Deutschland rangiert auf dieser Liste von Steuersümpfen und Geldwäsche-Zentren weiterhin erschreckend weit vorne.

Um der organisierten Kriminalität den Nährboden zu entziehen, erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie nun ernst macht: Noch immer bietet die Anonymität in Deutschland Kriegsverbrechern, Steuerhinterziehern und Geldwäschern Schutz. Es kann nicht sein, dass es weiter in Deutschland möglich ist mit einem Bargeldkoffer Immobilien zu erwerben, das Transparenzregister umgangen wird und Eigentümer von Immobilien ihre Herkunft verschleiern können.

Ein erneutes schlechtes Abschneiden Deutschlands bei der diesjährigen internationalen Überprüfung der FATF sollte unbedingt verhindert werden. Auf dem Spiel steht nichts weniger als das Ansehen Deutschlands als seriöser Finanzstandort und die die Sicherheit Europas. Wenn die Bundesregierung den Einfluss von Geldern aus Steuerhinterziehung, Kriegsverbrechen und organisierter Kriminalität nicht entschlossener zurückdrängt, droht dieses schleichende Gift unsere Wirtschaft weiter zu zersetzen und den Rechtsstaat auszuhöhlen.

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