Pressemitteilung vom 08.09.2020

Schulkinder weltweit besser vor kriegerischen Angriffen schützen

Zum internationalen Tag zum Schutz der Bildung vor Angriffen an diesem Mittwoch erklärt Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Sprecher für Zivile Krisenprävention:

Angriffe auf Bildungseinrichtungen und die Menschen, die in ihnen lernen, sind nicht nur Angriffe auf eine bessere Zukunft. Sie sind auch Kriegsverbrechen. Der internationale Tag zum Schutz der Bildung vor Angriffen weist auf diesen Umstand hin. Und das ist leider dringend nötig: Denn zwischen 2015 und 2019 gab es 11.000 Angriffe, bei denen 23.000 Schulkinder und Lehrende verletzt oder getötet wurden.

Die 2015 verabschiedete Safe-Schools-Erklärung wurde von 103 Staaten unterzeichnet und befasst sich mit dem besonderen Schutz von Bildung. Damit die Erklärung nicht bloß auf dem Papier existiert, müssen die unterzeichnenden Staaten die Verpflichtungen konkret in ihren politischen und militärischen Leitlinien und in ihrer sicherheitspolitischen Praxis umsetzen. Hier muss die Bundesregierung mit gutem Beispiel vorangehen und auch im UN-Sicherheitsrat dafür werben. Zudem sollte sie ihren internationalen Einfluss nutzen und auch Staaten, die die Erklärung für sichere Schulen noch nicht unterzeichnet haben, dazu auffordern.

Angriffe auf Schulen können politisch, militärisch, ideologisch, sektiererisch oder ethnisch motiviert sein. Immer aber haben diese Attacken verheerende Auswirkungen auf die betroffenen Menschen, auf die Bildungssysteme und die längerfristigen Entwicklungschancen der getroffenen Gemeinwesen. Hinzu kommt, dass gewaltsame Konflikte, Instabilität und soziale Ungleichheit, aber auch die sich verschärfende Klimakrise dazu beitragen, dass Menschen weltweit gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Oft bleiben sie zunächst ohne Zugang zu Bildungseinrichtungen. Darum droht eine „verlorene Generation“ von Kindern und Jugendlichen heranzuwachsen, deren Kindheit von Gewalt, Armut und Perspektivlosigkeit geprägt ist. Der heutige Gedenktag der Vereinten Nationen mahnt, dass das Menschenrecht auf Bildung für alle gilt.

 

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