Pressemitteilung vom 26.01.2021

Staatsschulden: Lösung nicht weiter vertagen

Zu den Ergebnissen des Schuldenreports 2021 erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Jedes Jahr wird die Überschuldungslage dramatischer. 132 von 148 der im Report betrachteten Staaten sind nun in der Krise. Deshalb braucht es Schuldenschnitte unter Einbeziehung privater und multilateraler Gläubiger sowie konkrete Schritte hin zu einem geordneten Verfahren zur Restrukturierung von Staatsschulden. Allen von Überschuldung bedrohten Staaten muss ein Angebot für einen Ausweg aus der Schuldenfalle gemacht werden. Das wird uns viel Geld kosten – es nicht zu tun, kommt die Welt jedoch noch teurer. Corona macht ein Handeln dringlicher, nötig war es aber auch schon vorher.

Die Stundung von Schulden durch die G 20 im Zuge der Pandemie-Maßnahmen im letzten Jahr war richtig - aber halbherzig. Wie beim Corona-Virus wird auch beim Thema Schulden nur umfassendes und tiefgreifendes Handeln die Lösung bringen. Alles andere verlängert und verschärft nur die Probleme. Die Bundesregierung darf nicht weiter auf der Bremse stehen, sondern muss gemeinsam mit ihren Partnern in der EU sowie der G 20 und in enger Abstimmung mit den überschuldeten Staaten rasch handeln. So lässt sich ein verlorenes Jahrzehnt für viele Entwicklungsländer noch abwenden.