Pressemitteilung vom 08.12.2020

Stärkung von digitaler Gesundheitskompetenz endlich voranbringen

Zur Studie „Digitale Gesundheitskompetenz in Deutschland“ des AOK-Bundesverbandes erklärt Maria Klein-Schmeink, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass die Bundesregierung bei ihren zahlreichen Aktivitäten die Belange der Nutzerinnen und Nutzer und vor allem der Patientinnen und Patienten viel zu wenig im Blick hat. Elektronische Patientenakten, eRezepte und Gesundheitsportale nützen herzlich wenig, wenn die Mehrheit der Menschen sie nicht bedienen kann. Digitale Gesundheitskompetenz und transparente Kommunikation sind eine notwendige Bedingung für eine gelungene Digitalisierung. Es ist erschreckend, dass ausgerechnet Menschen mit chronischen Erkrankungen eine insgesamt geringere digitale Gesundheitskompetenz haben, denn multimorbide, chronisch erkrankte, ältere und pflegebedürftige Menschen können ganz besonders von digitalen Angeboten profitieren.

Wir brauchen deshalb mehr Ansätze, um Patientinnen und Patienten zu befähigen und zu stärken. Ein Teil der Unterstützung für digitale Kompetenz sollte direkt über Ärztinnen und Ärzte, Gesundheitsberufe und die Pflege kommen, die dafür geschult werden müssen. Um einen Umgang mit möglichen Anwendungen kennenzulernen, müssen gerade für Nutzerinnen und Nutzer oder Patientinnen und Patienten, die keine technischen oder medizinischen Vorkenntnisse haben, Möglichkeiten geschaffen werden, Anwendungen unverbindlich auszuprobieren. Die Vermittlung von Digitalkompetenz darf aber nicht nur über Krankenkassen und Leistungserbringer kommen, sondern am besten auch von dort, wo chronisch erkrankte und ältere Menschen sich hinwenden und Vertrauen haben – zum Beispiel bei den Patientenorganisationen, bei Selbsthilfeverbänden oder bei Seniorenorganisationen. Diese müssen deshalb in ihrer wichtigen Rolle beim Erwerb und der Vermittlung von digitalen Gesundheitskompetenzen gestärkt werden.

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