Pressemitteilung vom 17.05.2020

Die Weltgemeinschaft muss solidarisch gegen Covid-19 vorgehen

Zur diesjährigen Weltgesundheitsversammlung am 18. Mai erklärt Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Mitglied im Unterausschuss Globale Gesundheit:

Es ist gut, dass die diesjährige Weltgesundheitsversammlung (World Health Assembly, WHA) stattfindet - wenn auch in reduziertem Rahmen und erstmals nur als Videokonferenz. Die Veranstaltung ist trotzdem ein wichtiges Signal für die Relevanz der internationalen Weltgesundheitsorganisation WHO in diesen Zeiten, in denen angesichts der Corona-Pandemie allzu viele Akteure auf nationale Alleingänge setzen. 

Von zunächst 65 geplanten Tageordnungspunkten ist die Agenda der WHA auf das alleinige Thema Covid-19-Pandemie reduziert worden. Es steht zu hoffen, dass die Versammlung mehr sein wird als ein Podium, auf dem die Gesundheitsminister der Welt Statements zur Pandemie abgeben. Was wir wirklich bräuchten, wäre eine internationale Plattform und ein Austausch über alle verfügbaren Informationen, die bei der Bekämpfung von Covid-19 hilfreich sein können.

Eine von der EU angestoßene Resolution zu Covid-19 wird derzeit hinter verschlossenen Türen verhandelt. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass diese Resolution Zugang zu Diagnostik, Impfstoffen und Therapeutika gegen Covid-19 für alle Menschen weltweit einfordert und niemand zurückgelassen wird. Wir müssen eine "globale Triage" zu Lasten der Menschen in armen Staaten verhindern und darum rechtzeitig eine gerechte Strategie für die weltweite Verteilung von Gegenmitteln verabschieden. Es muss denjenigen Staaten Vorrang eingeräumt werden, die über die geringsten eigenen Ressourcen verfügen, um ihre Bevölkerung zu schützen und zu behandeln. Die reichen Geberländer müssen auch dafür Sorge tragen, dass Profitinteressen der Pharmaindustrie das Ziel eines solidarischen Vorgehens der Weltgemeinschaft gegen Covid-19 nicht gefährden.

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