Pressemitteilung vom 11.05.2019

Tag des Fairen Handels: Gut fair kauft

Zum Internationalen Tag des Fairen Handels erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Der Internationale Tag des Fairen Handels ist Hoffnungsschimmer und Mahnung zugleich. Es ist begrüßenswert, dass immer mehr fair gehandelte Produkte über die Ladentische gehen. Gleichzeitig sind Ausbeutung und Umweltzerstörung in den internationalen Lieferketten weiter an der Tagesordnung.  Der Aktionstag ist also auch Anlass, Bilanz über den aktuellen Stand nachhaltiger Produktionsmuster in den globalen Wertschöpfungsketten zu ziehen. Trotz vorsichtiger freiwilliger Selbstverpflichtung in Branchen wie Textil, Lebensmittel und Rohstoffe, steht es in der globalisierten Wirtschaft weiterhin schlecht um Menschenrechte. Immer noch werden Menschen unter unwürdigen Arbeitsbedingungen ausgebeutet und auch Klima- und Umweltschutz kommen in den globalen Lieferketten viel zu kurz. Die weltweite Fair-Trade-Bewegung versucht hier seit Jahren mit Mindestpreisen und Prämien, Unterstützung für Kooperativen und Förderung von umweltschonendem Anbau entgegenzusteuern, um dem Raubbau an Mensch und Natur Einhalt zu gebieten. Und sie kann inzwischen große Erfolge verbuchen. Selbst Supermärkte und Discounter setzen heute teilweise auf fair gehandelte Produkte.

Der Weg hin zu gerechten Produktionsmustern und Handelsbeziehungen bleibt jedoch lang und steinig. Auch wenn es begrüßenswert ist, dass immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf Wert auf nachhaltige Produktionsweisen legen, darf die Verantwortung für fairen Abbau, Produktion und Handel nicht allein auf den Schultern der Verbraucherinnen und Verbraucher lasten. Wir brauchen endlich gesetzlich verbindliche Mindeststandards für den Menschenrechtsschutz in der Wirtschaft – und zwar auf allen Ebenen: national, in der EU und global. In den Handelsbeziehungen der wirtschaftlich starken EU mit den Ländern des globalen Südens müssen die entwicklungsschädlichen Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs) durch faire Handelsverträge ersetzt werden, die das Pariser Klimaabkommen, die Menschenrechtskonventionen und die ILO-Kernarbeitsnormen als Leitprinzipien hochhalten und die Bedürfnisse und Interessen der Partnerländer endlich ernst nehmen.

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