Pressemitteilung vom 12.02.2021

Tag des Kondoms: HIV-Prävention nicht vernachlässigen

Zum Internationalen Tag des Kondoms am 13. Februar erklärt Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Durch die Coronakrise gerät eine weitere Pandemie aus dem Blickfeld: Aids. Weltweit steht die HIV-Prävention und -Behandlung derzeit vor großen Hürden. Medikamente sind aufgrund der wirtschaftlichen Krise teurer oder schlechter erhältlich, es kommt zu Produktionsunterbrechungen. Es werden weniger HIV-Tests durchgeführt, denn viele Menschen trauen sich nicht in die Beratungsstellen - wenn diese überhaupt geöffnet sind. Dadurch nimmt auch die Zahl der HIV-positiv geborenen Babys zu. Auch das medizinische Personal wird vielerorts für die Bekämpfung der COVID 19-Pandemie von ihrer bisherigen HIV-Arbeit abgezogen. Mit schlechterer medikamentöser Versorgung haben HIV-Positive ein größeres Risiko für einen schwereren Verlauf der Krankheit COVID 19. All dies führt zu einem dramatischen Rückschritt in der weltweiten Aids-Bekämpfung.

Dieser Entwicklung müssen wir global dringend entgegensteuern. Das Mindeste, das Offensichtlichste, was weltweit alle tun können, ist Kondome zu benutzen.

Die Verwendung von Kondomen ist neben der Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten darüber hinaus auch wichtig, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden. Kondome sollten deshalb kostenlos oder für einen sehr geringen Preis in öffentlichen Einrichtungen verfügbar sein. Wichtig ist auch der tabufreie Zugang zu Aufklärung und umfassender Gesundheitsversorgung. Hierfür muss die Bundesregierung mehr Gelder und Unterstützung zur Verfügung stellen.

Auch wenn die Aufmerksamkeit gerade einer anderen Pandemie gilt: Der Kampf gegen Aids darf nicht vernachlässigt werden.