Pressemitteilung vom 22.03.2021

Tarifbindung endlich stärken!

Zur neuen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), wonach Beschäftigte ohne Tarifvertrag länger arbeiten und weniger verdienen, erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Gute Löhne und Arbeitsbedingungen gibt es durch eine starke Tarifpartnerschaft und wenn die Tarifbindung hoch ist. Wenn aber die Tarifbindung immer weiter abnimmt, dann darf die Bundesregierung nicht einfach tatenlos zusehen. Sie muss endlich handeln und das Tarifvertragssystem politisch stützen.

Gerade in Dienstleistungsberufen und bei Arbeit, die überwiegend von Frauen geleistet wird, heißt es oft: Kein Tarifvertrag, längere Arbeitszeiten und dafür weniger Lohn. Der Trend, dass immer weniger Beschäftigte von Tarifverträgen profitieren, muss mit wirksamen Maßnahmen gestoppt werden. Die Beschäftigten, die bei einer Gewerkschaft Mitglied sind, sollen die Mitgliedsbeiträge besser steuerlich absetzen können. Öffentliche Aufträge soll es nur noch für Firmen geben, die mindestens auf Tarifniveau bezahlen. Und gerade in prekären Branchen brauchen wir erleichterte Regelungen, damit Tarifverträge flächendeckend und verbindlich gelten können.

Diese Maßnahmen sind notwendig, denn die positiven Wirkungen von Tarifverträgen auf Löhne und Arbeitsbedingungen sind zahlreich und gut dokumentiert: Die Löhne sind höher und die Bezahlung unabhängig vom Geschlecht oder der Herkunft ausgeglichener. Die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit ist höher und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leichter. Das alles ist seit langem bekannt und wird jetzt erneut durch die Studie des WSI bestätigt.

 

Foto von Beate Müller-Gemmeke MdB
Beate Müller-Gemmeke
Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik Koordinatorin Gewerkschafts- und Sozialbeirat